Thüringen friert ein: Neue Warnung vom Wetterdienst

In Thüringen herrscht weiter eisige Kälte. (Symbolfoto)
In Thüringen herrscht weiter eisige Kälte. (Symbolfoto)
Foto: dpa
  • Kälte in Thüringen hält an
  • Deutscher Wetterdienst warnt erneut vor strengem Frost
  • Wie ist die Situation in den Unterkünften für Obdachlose?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine amtliche Kältewarnung für Thüringen noch einmal verlängert. Nachdem die Meteorologen bereits am Montag extreme Temperaturen ankündigten, gilt die Warnung vor strengem Frost nun bis Mittwochmittag. In allen Landkreisen können die Werte vor allem nachts auf -13 bis -17 Grad Celsius sinken. In Regionen, in denen Schnee liegt, kann es sogar bis auf -19 Grad runtergehen.

Hartmut sorgt für Kälte in Thüringen

Seit mehreren Tagen hält Hoch „Hartmut“ auch Thüringen im Griff. Von Osten strömt eisige Luft nach Mitteldeutschland, gleichzeitig strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Weil die Wolken fehlen, kann sich das Bisschen Wärme vom Tag nachts nicht halten. Für das Wochenende rechnet der DWD mit allerdings einem Wetterumschwung und steigenden Temperaturen.

Trotz Eiseskälte keine Schlangen vor Obdachlosenunterkünften

Trotz der klirrenden Kälte ist die Situationen in den Einrichtungen für Wohnungslose in Thüringen überschaubar. „Unsere 35 Plätze sind zwar belegt, aber die Leute stehen nicht Schlange“, erklärte etwa die Leiterin der Erfurter Obdachloseneinrichtung „Haus Zuflucht“ der Evangelischen Stadtmission, Sylvia Voigt. Weitere Übernachtungsplätze könnten bei Bedarf im angegliederten Café eingerichtet werden.

Umfrage zum Dauerfrost in Thüringen:

Übernachtungsplätze in Altenburg frei

In Altenburg sagte eine Stadtsprecherin, dass niemand auf der Straße schlafen müsse. Von derzeit 14 Übernachtungsplätzen für Obdachlose seien aktuell nur neun belegt. Die Einrichtung sei ganztätig geöffnet und biete warme Mahlzeiten. Zudem gebe es einen Verein, der weitere Plätze anbiete.

Jena: Nicht jeder Obdachlose will in die Unterkunft

Auch in Jena seien derzeit noch fünf der insgesamt 35 Unterkunftsplätze frei, erklärte die Pressesprecherin der Stadt, Roswitha Putz. Die Auslastung der Plätze schwanke immer wieder. „Es gibt Obdachlose, die schlicht nicht in die Unterkünfte kommen wollen. Nur weil es Angebote gibt, heißt es nicht, dass sie angenommen werden“, erklärte Putz. Neben dem städtischen Angebot gibt es auch in Jena einen Verein, der Wohnungslosen warme Schlafplätze stellt.

Es geht nicht nur um Temperaturen

Grundsätzlich sei die Auslastung der Einrichtungen nicht zwangsläufig an die Temperaturen gebunden, erklärte Voigt vom „Haus Zuflucht“. Auch andere Aspekte wie die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt spielten eine Rolle. Auch Voigt erklärte, dass es immer wieder Menschen gebe, die aus verschiedenen Gründen eine angebotene Unterkunft ablehnten. „Es ist eine schwierige Situation, man kann niemanden zwingen“. Dennoch sollte die Polizei lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig darauf aufmerksam gemacht werden, wenn jemand frierend in einer Straßenecke sitzt.