Mitglied aus Jugendgang zwangseingewiesen - Polizei stockt auf

Seit Wochen sorgt eine Jugendbande in Jena für Angst und Schrecken. Ein Mitglied wurde am Dienstag nun dem Haftrichter vorgeführt. (Archivfoto)
Seit Wochen sorgt eine Jugendbande in Jena für Angst und Schrecken. Ein Mitglied wurde am Dienstag nun dem Haftrichter vorgeführt. (Archivfoto)
Foto: Martin Schutt / dpa
  • 17-Jähriger tyrannisiert mit Gang Bevölkerung in Jena
  • Richter verhängt Haftstrafte für Bandenmitglied
  • Beschuldigter kommt in geschlossene Einrichtung
  • Polizei ermittelt verstärkt gegen weitere Gangmitglieder

Das Amtsgericht Jena hat am Dienstag Haftbefehl gegen einen 17 Jahre alten Intensivtäter erlassen, wie Polizei ihn nennt. „Das Maß war voll“, heißt es am Dienstag von den Ermittlern. Dem Jugendlichen wird vorgeworfen, in den vergangenen Monaten zusammen mit anderen jungen Männern in der Innenstadt von Jena für massive Probleme gesorgt zu haben.

Angriff auf Polizisten in Goethe-Galerie

So soll es sich bei dem Beschuldigten, unter anderem um jenen jungen Mann handeln, der am 24. Januar in der Goethe-Galerie einen Polizisten angegriffen haben soll. Ein Video des Vorfalls wurde in den sozialen Medien hundertfach geteilt und sorgte für große Empörung weit über die Grenzen der Saalestadt hinaus.

Polizei Jena erhebt etliche Vorwürfe gegenüber Jugendbande

Außerdem sei er verantwortlich für eine gebrochene Nase eines 25-Jährigen, den er am 12. Februar bei einer McDonals-Filiale angegriffen haben soll. Eine Vielzahl anderer Körperverletzungen ginge ebenfalls auf sein Konto, so die Polizei weiter. Auch soll er sich des Landesfriedenbruchs schuldig gemacht haben. Im Dezember habe die Truppe in einer Bäckerfiliale am Sonnenhof andere Personen überfallen und eine Schlägerei initiiert.

17-Jähriger in geschlossener Einrichtung

Am Dienstag verhing der Richter am Amtsgericht nun Haftbefehl. Der 17-Jährige werde in eine geschlossene sozial-therapeutische Einrichtung nach Bayern gebracht.

Ermittlungen gegen weitere Bandenmitglieder

Gegen die anderen Gangmitglieder würde die Polizei ebenfalls ermitteln und hat dafür sogar das Personal aufgestockt. Die Vielzahl der durch die Jugendlichen begangenen Straftaten sollen zügig abgearbeitet werden, um – gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft – den Beschuldigten eine Verurteilung zuzuführen, heißt es zum Ende der Mitteilung.