Abzocke? Thüringer Studenten sauer auf Bahn-Unternehmen

Die Vertreter der Studenten werfen den Betreibern des öffentlichen Nahverkehrs Abzocke beim Semesterticket vor. (Symbolbild)
Die Vertreter der Studenten werfen den Betreibern des öffentlichen Nahverkehrs Abzocke beim Semesterticket vor. (Symbolbild)
Foto: Felix Kästle / dpa
  • Semesterticket für Studenten in Thüringen soll teurer werden
  • Studierende werfen regionalen Bahn-Unternehmen Abzocke vor
  • Preissteigerungen von über 70 Prozent?

Seit Jahren sorgt das Semesterticket in Thüringen für Unstimmigkeiten zwischen den Vertretern der Studierenden und den Verkehrsbetrieben. Aktuelle Verhandlungen scheinen sich ebenfalls schwierig zu gestalten. Die Konferenz Thüringer Studierendenschaften (KTS) wirft den beteiligten Bahn-Unternehmen nun Abzocke vor.

Umfrage: Wer soll für das Semesterticket zahlen?

Preissteigerungen für Studenten von über 70 Prozent

Wie aus einer Mitteilung der KTS hervorgeht, sollen die Beiträge je nach Hochschul-Standort um bis zu 70 Prozent steigen. So sehe das Angebot der Verkehrsbetriebe eine Anhebung um gut 30 Prozent für Erfurt, Weimar und Jena vor. In Ilmenau, Schmalkalden, Nordhausen und Eisenach sollen es knapp 65 Prozent sowie in Gera sogar mehr als 70 Prozent sein. Ein Angebot der Studentenvertretung über eine Erhöhung des Beitrags um 9,4 Prozent sei von den Bahnbetrieben ignoriert worden.

Studenten-Ticket ist Löwenanteil am Semesterbeitrag

Der Gesamtanteil des Semestertickets macht in Thüringen bereits jetzt einen großen Teil des Semesterbeitrages aus. So gehen von den 222 Euro, die Studierende an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena zahlen müssen, 130 Euro an das Semesterticket. In Ilmenau sind es 30,90 von 103,40 Euro und in Weimar 91 von 164,80 Euro. In Erfurt entfallen von 239 Euro Semesterbeitrag 144 Euro auf das Ticket. Den Anteil für den Nahverkehr müssen alle Studenten mittragen, auch wenn sie Busse und Bahnen nicht nutzen.

SPNV-Vertreter äußern sich nicht zu laufenden Verhandlungen

Auf Thüringen-24-Nachfrage teilten Abellio und die Deutsche Bahn mit, "dass wir uns zum Verhandlungsstand und insbesondere zur Preisfortschreibung nicht äußern werden. Das Studentenwerk und die Vertreter der Studierenden als Vertragspartner haben wir in den Gesprächen umfassend informiert."