Löws Hammer: Ein Ex-Jenaer fährt zur WM

Der Freiburger Nils Petersen steht überraschend im Aufgebot. Von 2005 bis 2009 spielte er beim FC Carl Zeiss Jena.
Der Freiburger Nils Petersen steht überraschend im Aufgebot. Von 2005 bis 2009 spielte er beim FC Carl Zeiss Jena.
Foto: dpa

Joachim Löw hat wieder einmal alle verblüfft. Im vorläufigen WM-Kader für die Titelverteidigung steht Nils Petersen und nicht Sandro Wagner. Petersen hat mehrere Jahre beim FC Carl Zeiss Jena gespielt.

Nils Petersens letzter Auftritt in einem Trikot mit dem Adler auf der Brust endete mit einem Fehlschuss - und der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen. Im Finale vergab der Stürmer des SC Freiburg gegen Brasilien seinen Versuch im legendären Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro und ermöglichte Neymar die Gelegenheit zum entscheidenden Treffer beim 5:4 im Elfmeterschießen. So überraschend Petersen vor zwei Jahren von Horst Hrubesch für den Olympia-Kader nominiert worden war, so unerwartet kommt nun die Wahl von Bundestrainer Joachim Löw für die Weltmeisterschaft in Brasilien.

Nils Petersen als Fußball-Vorbild

Wobei: Bei seinen Glückwünschen zu Olympia-Silber sagte Löw vor zwei Jahren auch, er sei sicher, „dass der ein oder andere Spieler das Potenzial für die A-Mannschaft hat“. Gedacht hat er dabei wohl eher an Niklas Süle oder Julian Brandt, die wie Petersen nun im ersten Russland-Kader stehen. Doch auch Petersen hat seither einen herausragend guten Ruf im deutschen Fußball. Für junge Profis ist er ein Vorbild - bei Olympia und in Freiburg.

Kein Murren, immer alles geben

Der 29 Jahre alte Angreifer ist der Typ Fußballer, der immer alles gibt und nie murrt - auch dann nicht, wenn er nach dem Abstieg in die 2. Liga in Freiburg bleibt, dort 21 Tore schießt und im ersten Jahr Bundesliga dann oft nur als Joker ins Spiel kommt, weil der Platz in der Startelf zumeist an Florian Niederlechner ging.

Petersen überzeugt als Joker

Was machte Petersen? Neun seiner zehn Saisontore erzielte er nach Einwechslungen, stellte damit eine Bestmarke ein und eine neue auf. Gerade die Joker-Qualitäten hob Löw nun hervor. Mit inzwischen 20 Toren nach Einwechslung hält er den Bundesliga-Rekord. „Wir kennen seine Qualität. Wenn der Gegner müde wird und es mehr Räume gibt, kann er sie nochmal besser ausspielen“, erklärte Trainer Christian Streich damals seine Vorliebe für Petersen als Joker.

Ex-Jenaer schießt Bundesliga-Tore

An Freiburgs Klassenverbleib in der vergangenen Saison hatte Petersen, der in seiner Karriere außerdem für Werder Bremen, den FC Bayern München, Energie Cottbus und Carl Zeiss Jena (2005 bis 2009) spielte, mit seinen 15 Saisontoren nun wieder maßgeblichen Anteil. Nur Robert Lewandowski traf in der Liga häufiger. Petersens Fähigkeiten und Spielverständnis kennt Löw gut. Er ist häufig Gast im Schwarzwald-Stadion. Zuletzt beim 2:0 der Freiburger gegen den FC Augsburg am vergangenen Samstag.