Chaos-Stadt Kahla? Polizei will nach Explosion Ordnung durchsetzen

Die Polizei will in Kahla öfter auf Streife gehen. (Symbolfoto)
Die Polizei will in Kahla öfter auf Streife gehen. (Symbolfoto)
Foto: dpa
  • Polizei reagiert auf Explosion und Attacke in Kahla
  • LKA ermittelt nach Vorfall vor Dartclub
  • Landespolitik beschäftigt sich mit Sprengstoff-Vorfällen

Nach dem Angriff auf minderjährige Flüchtlinge und einer Explosion vor einem Dartclub in Kahla will die Polizei in der Kleinstadt mehr Präsenz zeigen. Das kündigten die Beamten am Dienstag in einer Mitteilung an. „Aufgrund aktueller Ereignisse“ werde nun verstärkt Streife gefahren.

Polizei in Kahla erreichbar

Tagsüber sei die Polizeistation in der Jahnstraße 1 besetzt und telefonisch unter der Nummer (036424) 84 40 erreichbar. Außerhalb der Dienstzeiten ist dann die Polizeiinspektion Saale-Holzland in Stadtroda zuständig: (036428) 640.

Explosion vor Burschenschafts-Treff in Kahla

Am Wochenende hatten Unbekannte in Kahla einen Gegenstand vor einem Dartclub zur Explosion gebracht, in dem sich regelmäßig Burschenschaftler treffen. Das Landeskriminalamt ermittelt. Die Burschenschaft „Normannia“ wird vom Thüringer Verfassungsschutz beobachtet. Die Regierung sieht Anhaltspunkte für rechtsextreme Bestrebungen.

Jugendliche Flüchtlinge in Kahla attackiert

Gegenüber vom Dartclub sind unbegleitete Flüchtlinge untergebracht. Im April war es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Burschenschaftlern und Geflüchteten gekommen. Mehrere Männer sollen die Flüchtlinge damals bis in ihre Unterkünfte verfolgt haben.

Thüringens Innenminister nach Anschlägen unter Druck

Neben der Explosion in Kahla hatten auch Brandanschläge auf Dienstautos von Bereitschafts- und Bundespolizei Ende April in Erfurt für Aufsehen gesorgt. Angesichts dieser Vorfälle gerät Innenminister Georg Maier (SPD) ins Visier der Opposition. Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag will die Brandanschläge und die Explosion im Innenausschuss diskutieren. Das kündigte sie am Montag in Erfurt an. „Die akute Häufung von Anschlägen, die ein politisches Tatmotiv vermuten lassen, ist alarmierend“, sagte der innenpolitische Sprecher Wolfgang Fiedler. Er forderte „angesichts der äußerst dürftigen Informationslage“ umfassende Auskünfte über den Ermittlungsstand.

AfD sieht Häufig von Sprengstoff-Vorfällen

Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Jörg Henke, warf Innenminister Maier Überforderung bei der Aufklärung der Taten vor. „Die Vorfälle mit Sprengstoff sammeln sich in Thüringen. Aus keinem anderen Bundesland wird aktuell Ähnliches berichtet.“ Die AfD-Fraktion verwies dabei auch auf einen Polizeieinsatz in Steinach (Kreis Sonneberg), wo die Beamten sprengfähige Substanzen fanden sowie auf den Sprengstofffund im März in Rudolstadt und Kirchhasel. Damals hatte es Spekulationen über einen politischen Hintergrund der Tat gegeben. Laut Staatsanwaltschaft Gera gibt es aber bis heute dafür keinerlei Anzeichen.

Löws Hammer: Ein Ex-Jenaer fährt zur WM

Der Freiburger Nils Petersen steht überraschend im Aufgebot. Von 2005 bis 2009 spielte er beim FC Carl Zeiss Jena.
Der Freiburger Nils Petersen steht überraschend im Aufgebot. Von 2005 bis 2009 spielte er beim FC Carl Zeiss Jena.
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Joachim Löw hat wieder einmal alle verblüfft. Im vorläufigen WM-Kader für die Titelverteidigung steht Nils Petersen und nicht Sandro Wagner. Petersen hat mehrere Jahre beim FC Carl Zeiss Jena gespielt.

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