Thüringen verliert sein höchstes Bauwerk

Der rechte Schornstein am Kraftwerk in Jena-Winzerla soll abgetragen werden. (Archivfoto)
Der rechte Schornstein am Kraftwerk in Jena-Winzerla soll abgetragen werden. (Archivfoto)
Foto: Imago / Karina Heßland-Wissel
  • Höchstes Bauwerk Thüringens steht in Jena
  • Steinriese soll abgetragen werden
  • Teag und Stadtwerke stellen Pläne für Kraftwerk in Winzerla vor

Jena soll einen seiner bedeutendsten Blickpunkte verlieren – und Thüringen sein aktuell größtes Bauwerk. Der 225 Meter hohe Schornstein des Heizkraftwerks in Winzerla wird abgerissen. Das kündigten die Stadtwerke Jena am Donnerstag in einer Mitteilung an.

Umfrage zum Schornstein in Jena-Winzerla:

Kraftwerk wird modernisiert - Schornstein-Abbau

Überlegungen für einen Abriss des Steinriesen, der mittlerweile nicht mehr genutzt wird, gibt es schon lange. Doch nun sind Pläne offenbar sehr konkret: Die große Esse wird abgetragen, während das Kraftwerk der Thüringer Energie AG an der Rudolstädter Straße modernisiert werden soll.

Teag und Stadtwerke regeln Wärmeversorgung in Jena

Die Teag will in der kommenden Woche mit den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck einen Vertrag unterschreiben, der die Wärmeversorgung von mehr als 60 Prozent der Haushalte und zahlreichen Unternehmen in der Saalestadt bis zum Jahr 2037 regelt. Das Schriftstück bildet auch die Grundlage für den Umbau der Energieanlage in Winzerla. Bei der Unterzeichnung am Mittwoch sollen weitere Details zu den Planungen genannt werden, auch der Rückbau des Mega-Schornsteins werde dann symbolisch gestartet, heißt es bei den Stadtwerken.

Google Maps: Hier steht der Riesen-Schornstein in Jena

Kraftwerk in Jena-Winzerla läuft seit DDR-Zeiten

Das Kraftwerk ging erstmals 1972 ans Netz und wurde Mitte der 1990er-Jahre umfassend rekonstruiert. Die beiden Schornsteine wurden in der DDR besonders hoch gebaut, um die Luftverschmutzung des im Saaletal eingeschlossenen Jena möglichst nicht zu groß werden zu lassen.