Jenaer Messtechnik erneut im All und auf Reise zum Merkur

Im Bild zu sehen ist der im Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) Jena gefertigte Thermosensor, präsentiert von einem Mitarbeiter der Abteilung Quantendetektion, in der der Sensor entwickelt wurde. Es handelt sich um den kleinen schwarzen Chip, im Bild rechts zu erkennen (zwischen den beiden ovalen Aussparungen). Er ist 0,5mm x 5 mm x 8 mm groß und wiegt ca. 50 Milligramm.
Im Bild zu sehen ist der im Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) Jena gefertigte Thermosensor, präsentiert von einem Mitarbeiter der Abteilung Quantendetektion, in der der Sensor entwickelt wurde. Es handelt sich um den kleinen schwarzen Chip, im Bild rechts zu erkennen (zwischen den beiden ovalen Aussparungen). Er ist 0,5mm x 5 mm x 8 mm groß und wiegt ca. 50 Milligramm.
Foto: Leibniz-IPHT
  • Jenaer Forschungsinstitut hat erneut Technik ins All geschickt
  • Leibniz-IPHT entwickelt speziellen Thermosensor
  • Teil der Raumsonde BepiColombo auf dem Weg zum Merkur

Mit der europäisch-japanischen Raumsonde BepiColombo ist auch Technik aus Jena mit auf die fast 9 Milliarden Kilometer weite Reise zum Planeten Merkur. Die Sonde wurde am frühen Samstagmorgen vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana mittels einer Ariane-5-Trägerrakete ins All geschickt. Mit an Bord: ein vom Jenaer Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) entwickelter Thermosensor.

Jenaer Sensor soll helfen bei Merkur-Erforschung

Dieser soll die Temperatur auf dem bisher nur wenig erforschten und kleinsten Planeten unseres Sonnensystems untersuchen, teilte das Institut im Vorfeld des Starts mit. Wissenschaftler versprechen sich davon unter anderem, mehr über den Ursprung des Sonnensystems zu erfahren.

9 Milliarden Kilometer Reise zum Merkur

Die Sonde soll nach etwa 9 Milliarden Kilometern Ende 2025 den nahe an der Sonne befindlichen Merkur erreichen. Dann trennen sich zwei Satelliten von der Sonde ab. Auf unterschiedlichen Umlaufbahnen sollen diese den Planeten erforschen. Das Jenaer Messgerät muss dann unter Extremen funktionieren: Tagsüber wird es auf dem Merkur bis zu 430 Grad heiß, nachts am Tag bis zu minus 180 Grad kalt.

Gut gewappnet gegen unwirkliche Bedingungen

Gewappnet gegen den Sonnenwind und die hohe Sonneneinstrahlung, wird der robuste Sensor aus dem Leibniz-IPHT diese Temperaturschwankungen erkunden. "Als Teil des thermalen Infrarot-Spektrometers MERTIS (Mercury Radiometer and Thermal Infrared Spectrometer) misst der in Jena spezialangefertigte Sensor berührungslos die thermische Strahlung an der Oberfläche des Planeten über einen breiten Spektralbereich von 4-40µm Wellenlänge, aufgelöst durch 30 Sensorpixel", heißt es in einer Mitteilung des Leibniz-IPHT.

Hintergrund: Leibniz-IPHT informiert über MERTIS

"Das Spektrometermodul MERTIS, in dem unter anderem der Jenaer Radiometer-Detektor verbaut ist, entwickelten Wissenschaftler unter der Leitung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) und des Berliner Instituts für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auf dem Gebiet der Weltraumforschung arbeitet das Leibniz-IPHT mit dem DLR bereits seit der 2004 gestarteten europäischen Rosetta-Mission zusammen, die im November 2014 auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landete. Anfang Oktober 2018 kam mit dem Einsatz des Landegeräts MASCOT auf dem erdnahen Asteroiden Ryugu ein weiteres Projekt aus dieser Zusammenarbeit erfolgreich zum Abschluss."