Ein Stück Thüringen ist auf dem Mars gelandet – und geht mit einem Maulwurf auf Tuchfühlung

Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Foto zeigt das erste Bild, das vom InSight Mars-Lander aufgenommen wurde, nachdem er auf der Oberfläche des Mars landete. Trümmer, die von den Raketen des Landers aufgewirbelt werden, bedecken den Schutzschild der Kamera, der später entfernt wird.
Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Foto zeigt das erste Bild, das vom InSight Mars-Lander aufgenommen wurde, nachdem er auf der Oberfläche des Mars landete. Trümmer, die von den Raketen des Landers aufgewirbelt werden, bedecken den Schutzschild der Kamera, der später entfernt wird.
Foto: Uncredited/NASA/JPL-Caltech/dpa
Jubel und Freudentränen bei der Nasa: Nach dem Rover "Curiosity" im Jahr 2012 ist nun auch der Roboter "InSight" erfolgreich auf dem Mars gelandet. Mit an Bord: ein Exportschlager aus Jena.

Der Nasa-Roboter "InSight" ist erfolgreich auf dem Mars gelandet. Und hat sogleich ein Stück Thüringer Technik ins Weltall exportiert. Ein nur wenige Millimeter großer, knopfförmiger Sensor aus dem Jenaer Leibniz-Institut für Photonische Technologie soll nun Aufschluss darüber geben, ob der rote Planet aus dem gleichen Material entstanden ist wie unser blauer – und warum sich Mars und Erde so unterschiedlich entwickelt haben.

"Insight" landet sicher auf dem Mars

Nach einer rund 485 Millionen Kilometer langen Reise setzte der im Mai gestartete Lander "InSight" am Montag in der Ebene Elysium Planitia nördlich des Mars-Äquators auf dem roten Planeten auf. "Landung bestätigt", klang es aus den Lautsprechern im Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena – und die allesamt in dunkelrote Hemden gekleideten Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa brachen in Klatschen, Jubel, Umarmungen und Freudentränen aus.

Erstes Foto vom Mars gesendet

Der Roboter schickte unterdessen bereits ein erstes Foto, auf dem ein Stück der Oberfläche des Planeten und des Horizonts zu sehen sind – und ziemlich viel Staub auf der Linse. Ob "InSight" ("Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport") voll funktionsfähig ist, wird sich in den kommenden Tagen herausstellen.

Sensoren aus Jena und deutscher Maulwurf an Bord

Mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten soll der Roboter nun den Mars untersuchen und vor allem mehr über den Aufbau des Planeten und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen. Neben den Thermo-Sensoren aus der Lichtstadt, ist auch ein weiteres Gerät aus Deutschland mit an Bord: Der HP3 ("Heat Flow and Physical Properties Package"), eine Art Mars-Maulwurf. Während das Radiometer mitsamt der Jenaer Sensoren an der Oberfläche bleibt, soll sich der Maulwurf bis zu fünf Meter tief in den Boden bohren und dort den Wärmefluss messen.

Jena-Technik zum wiederholten Mal im Weltall

Zuletzt hatte die Nasa 2012 den Rover "Curiosity" erfolgreich auf den Mars gebracht. Auch dort waren bereits Sensoren vom Jenaer Beuteberg verbaut. Auch auf der "Mascot"-Sonde, die auf dem Asteroiden Ryugu landete, nd bei der "BepiColumbo"-Mission zum Merkur sind sie im Einsatz.

Weitere Projekte mit Jenaer Leipniz-Institut und DLR in Planung

Seit der 2004 gestarteten europäischen Rosetta-Mission arbeitet das Institut aus Jena auf dem Gebiet der Weltraumforschung mit dem DLR und der Nasa zusammen. Künftige Projekte bereiten die Wissenschaftler des DLR und des Leibniz-IPHT nach eigenen Angaben bereits vor. (dpa, aj)