Wolf überfahren: Jetzt fordern Naturschützer Brücken

Eine Wölfin wurde bei einem Verkehrsunfall auf der A9 nahe Bad Klosterlausnitz überfahren. (Symbolbild)
Eine Wölfin wurde bei einem Verkehrsunfall auf der A9 nahe Bad Klosterlausnitz überfahren. (Symbolbild)
Foto: dpa
  • Am 29. Dezember wurde auf der A9 eine Wölfin überfahren
  • Naturschutzbund Thüringen fordert Grünbrücken für die Wildtiere zur sicheren Überquerung der Straßen
  • Unfallgefahr soll durch die Grünbrücken ebenfalls vermindert werden

Am 29. Dezember wurde auf der A9 nahe Bad Klosterlausnitz ein Wolf bei einem Verkehrsunfall überfahren. Bereits 2016 wurde eine junge Wölfin auf der A71 bei Sömmerda erfasst. Jetzt fordert der Naturschutzbund (Nabu) Thüringen Grünbrücken für die Wildtiere zur sicheren Überquerung der Straßen.

„Der wiederholte tödliche Verlust eines Wolfes auf einer Thüringer Autobahn macht sehr deutlich, dass die Zerschneidung der Wildtierlebensräume eine Gefahr für die natürliche Zuwanderung von bedrohten und geschützten Arten darstellt“, sagte Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs beim Nabu Thüringen.

Wolf am häufigsten im Saale-Holzland-Kreis gesichtet

Bei der in Dezember überfahrenen Wölfin handelt es sich womöglich um ein Exemplar, das schon länger in der Region beobachtet wurde. Der Saale-Holzland-Kreis ist somit der Landkreis mit, Stand jetzt, den meisten Wolfsnachweisen in Thüringen.

Für Tamás ist es keine Überraschung, denn das Gebiet liegt nahe der Wolfsbundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch die Anzahl der Naturschutzgebieten ist in dieser Gegend groß.

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Autobahnen A4 und A9 beeinflussen die Lebensräume der Wildtiere

Die Waldgebiete werden jedoch durch die massiv befahrenen Autobahnen A4 und A9 zerschnitten. Dies stört den natürlichen Lebensraum der Wildtiere enorn.

Deshalb hat sich der Nabu bereits 2007 für Querungshilfe für Wildtiere ausgesprochen. Diese sollen in Form von Grünbrücken über die Autobahnen verlaufen.

Grünbrücken sollen auch Menschenleben retten

Nach dem letzten Unfall mit der Wölfin sieht NABU die Notwendigkeit solcher Grünbrücken dringlicher als zuvor. „Diese Bauwerke helfen nicht nur Wölfen, Luchsen oder Wildkatzen gefahrlos zu wandern, sondern fördern den notwendigen genetischen und ökologischen Austausch zwischen Wildtierlebensräumen“, sagte Tamás dazu.

Ebenfalls soll die Errichtung der Grünbrücken die Gefahr der Wildtierunfälle verringern. So können auch Menschenleben gerettet werden.