Zu dick für den FCC: Nach Pannewitz-Rauswurf beim FC Carl Zeiss Jena – jetzt meldet sich der Berater des Profis zu Wort

Jetzt meldet sich der Berater von Kevin Pannewitz zu Wort. (Archivbild)
Jetzt meldet sich der Berater von Kevin Pannewitz zu Wort. (Archivbild)
Foto: dpa

Jena. Mit sofortiger Wirkung hat sich der FC Carl Zeiss Jena in dieser Woche von Mittelfeldspieler Kevin Pannewitz getrennt. Nähere Gründe nannte der Verein in seiner kurzen Presseerklärung dabei nicht wirklich. Jetzt reagiert sein Berater auf den Rauswurf.

Doch es kristallisierte sich heraus, dass Pannewitz nach der Weihnachtspause nicht in der gewünschten körperlichen Verfassung zurückgekehrt sei. Sprich: Er hat zu viel auf die Waage gebracht. Stolze 100 Kilogramm soll er bei einer Körpergröße von 1,85 Meter gewogen haben. Das war dem Verein wohl zu viel.

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Den Fitnesstest musste Pannewitz beim ersten Trainingstag wohl abbrechen. Er schob es auf eine fiese Erkältung. Jetzt soll sich sein Berater Maik Barthel gegenüber Bild zu Wort gemeldet haben. Er habe die soziale Kompetenz der Klubführung dabei in Frage gestellt. „Übergewicht zu Weihnachten betrifft uns alle – ...Hier hätte man ein Auge zudrücken können.“

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Doch FCC-Geschäftsführer Chris Förster entgegnete entrüstet gegenüber der Zeitung: „Wir reden hier über Profi-Fußball! Herr Barthel kann sich sicher sein, dass wir bei Kevin in den letzten Jahren nicht nur ein Auge – sondern mehrere Augen zugedrückt haben. Mehrfach sogar. Weil wir an ihn geglaubt haben.“

Maik Barthel berät Kevin Pannewitz und auch Robert Lewandowski

Ferner teilte Förster mit, dass ihm Barthel - der auch Robert Lewandowski berät - erst seit einigen Tagen als Berater von Kevin Pannewitz bekannt sei. Demnach könne er sicherlich die soziale Kompetenz im Verein nicht kennen. Er solle sich mal lieber bei dem Mittelfeldspieler informieren. „Wir waren diejenigen, die ihm vor zwei Jahren, als keiner mehr an ihn geglaubt hat, die Chance gegeben haben,“, sagte er der Bild.

Pannewitz soll auch schon in der Hinrunde mit Gewichtsproblemen gekämpft haben. Ferner soll er schon für eine Woche suspendiert worden sein, weil er betrunken zum Training erschien.

Dass Pannewitz möglicherweise mit zu vielen Extra-Kilos auftauchte, passt ins Profil des gebürtigen Berliners. In seiner bewegten Karriere fiel er immer wieder durch Eskapaden auf. Mit 17 Jahren feierte der Mittelfeldspieler mit dem begnadeten Fuß bei Hansa Rostock sein Debüt in der 2. Bundesliga. Doch der Erfolg stieg Pannewitz zu Kopf: nächtliche Ausflüge inklusive Sauftouren, Suspendierung, ständige Gewichtsprobleme. Nach seinem unschönen Abgang 2012 mit dem Zweitliga-Abstieg von Rostock bekam er trotz seines schlechten Rufes von Felix Magath beim Bundesligisten VfL Wolfsburg eine Chance.

„Pannewitz ist panne“

Doch auch „Quälix“ Magath scheiterte und sagte am Ende: „Pannewitz ist panne.“ Von da an ging es für ihn abwärts bis in die 6. Liga. Der 1,85 Meter große Pannewitz wog zwischenzeitlich 125 Kilogramm. Er schleppte Kühlschränke und Waschmaschinen, arbeitete als Hausmeister. „Ich weiß, wie es ist, morgens um 4 Uhr als Hausmeister die Mülltonnen herauszufahren oder die Einfahrt zu kehren", sagte er.

Erneute Chance vertan: Jena trennt sich von Pannewitz

Dann kam die Chance in Jena: Sein Schwager Timmy Thiele, der damals bei den Thüringern kickte, besorgte ihm ein Probetraining. Im Gegenzug sollte Pannewitz 30 Kilogramm abnehmen, was er schaffte. Pannewitz bestand im August 2017 das Probetraining in Jena und bekam einen stark leistungsbezogenen Vertrag bis zum 30. Juni 2020. "Jetzt darf ich wieder dieses Leben als Profi genießen", sagte Pannewitz, nachdem er im Januar 2018 beim 0:1 (0:1) bei Fortuna Köln nach sechs Jahren Pause sein Comeback im Profi-Fußball gegeben hatte. Jetzt ist sein Traum vorerst aber erneut ausgeträumt.

Der Verein wünsche dem Ex-Mitglied nichtsdestotrotz für die Zukunft alles Gute. (js mit dpa)