Blutmond: Thüringen liegt perfekt für die rote Mondfinsternis – was du über das Spektakel wissen musst

Am Montag wird der Blutmond in Thüringen voraussichtlich sehr gut zu sehen sein. (Archivfoto)
Am Montag wird der Blutmond in Thüringen voraussichtlich sehr gut zu sehen sein. (Archivfoto)
Foto: Eugene Hoshiko / dpa

Frühaufsteher können am Montagmorgen auch in Thüringen ein ganz besonderes Sschauspiel beobachten: einen sogenannten Blutmond. Was passiert da am Himmel und welche Regionen haben die besten Wetterbedingungen für die besondere Mondfinsternis?

Thüringen. Früh aufstehen lohnt sich: Wer Montagmorgen noch vor Sonnenaufgang aus dem Bett krabbelt, kann den Vollmond rötlich schimmern sehen – wenn das Wetter mitspielt. Von 5.41 Uhr an wird der Mond etwa eine Stunde lang komplett im Kernschatten der Erde liegen. Da er gerade auf einem besonders erdnahen Abschnitt seiner in etwa elliptischen Bahn ist, erscheint der "Blutmond" zudem besonders groß.

Umfrage zum Blutmond über Thüringen:

Die besten Wetterverhältnisse gibt es wohl in der Mitte Deutschlands, ideal für Himmelgucker in Thüringen.

Macht sich Thüringen wieder über den Blutmond lustig?

Zu einer Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond kommen. Sonne, Erde und Mond liegen bei dieser Finsternis genau auf einer Linie. Einen Blutmond konnten die Thüringer zuletzt im Juli 2018 beobachten. Der Anblick begeisterte die Zuschauer, aber einige machten sich mit ganzen besonderen Fotos darüber lustig. Das Ergebnis siehst du hier.

Gegen 4.34 Uhr nachts geht es los: Der Vollmond rückt langsam in den Kernschatten der Erde. Das sehe tatsächlich so aus, als würde sich der Mond von einer Seite her langsam verdunkeln, sagt Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg.

Warum heißt es Blutmond?

Um etwa 5.41 Uhr ist der Mond dann vollkommen im Kernschatten verschwunden. Allerdings ist er dann nicht komplett schwarz, sondern leuchtet rötlich – weshalb er umgangssprachlich "Blutmond" genannt wird. Denn die Sonnenstrahlen werden in der Atmosphäre der Erde gebrochen und nur die roten gelangen zum Mond. "Deshalb entsteht diese rötliche Färbung", erklärt Liefke. Je nach Zusammensetzung der Atmosphäre – etwa der Menge an Staubteilchen und Wolken – fällt sie bei jeder Finsternis etwas anders aus.

Wo ist der Blutmond zu sehen?

Etwa eine Stunde lang kann der rötliche Vollmond bestaunt werden, bevor er um 6.44 Uhr wieder langsam aus dem Kernschatten herausrückt. Um 7.51 Uhr ist das Spektakel auch schon wieder vorbei und der Erdtrabant komplett aus dem Kernschatten herausgetreten. Ein paar Minuten später geht der er tief im Westen unter. "Wenn man sich das Ereignis anschauen möchte, sollte man also freie Sicht in Richtung Westen zum Horizont haben", rät die Astronomin.

Die besten Scherzbilder der Thüringer zum Blutmond im Juli 2018:

Wer kann das Spektakel ungetrübt beobachten? Bei klarem Himmel, könnte man die Phase des Blutmondes überall in Deutschland gut sehen. Vor dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten könnte es in der Südhälfte aber bereits dämmern, erläutert Liefke.

Wetter für Mond-Spektakel in Thüringen ideal

Doch das Wetter könnte den Mondguckern einen Strich durch die Rechnung machen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind die Chancen, die Mondfinsternis beobachten zu können, in der Mitte Deutschlands, abseits der Gebirge am größten. Von Ost-Hessen über Thüringen bis nach Sachsen bleibt es größtenteils klar, abgesehen von gelegentlich durchziehenden Wolkenfeldern. Es sei aber noch sehr unsicher, inwieweit von Westen her Schneefallgebiete reinziehen. In den anderen Gebieten sei es voraussichtlich zumeist bewölkt.

Bitte für die Fans der Sternwarte Rotheul im Landkreis Sonneberg: Die Sternwarte bleibt ausgerechnet zu diesem Event wegen Krankheit geschlossen.

Die Mondfinsternis ist nach Astronomenangaben sichtbar in Europa, Afrika mit Ausnahme der östlichen Küstenregion, über dem Atlantik, in Nord- und Südamerika, Grönland sowie in der Nordpolarregion.

"Gute" Mondfinsternis erst in zehn Jahren wieder

Für alle, die das Himmelsereignis verschlafen: Zwei richtig gut von Deutschland aus zu sehende totale Mondfinsternisse werde es erst Silvester 2028 und in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2029 geben, schreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Zuvor können von Deutschland aus allenfalls kurze Abschnitte solcher Ereignisse beobachtet werden. (dpa, maf)