So viel Unterhalt muss jetzt gezahlt werden

Minderjährige Trennungskinder in Thüringen haben nun Anspruch auf höhere Mindestbeträge beim Unterhalt. (Symbolbild)
Minderjährige Trennungskinder in Thüringen haben nun Anspruch auf höhere Mindestbeträge beim Unterhalt. (Symbolbild)
Foto: dpa
Das Thüringer Oberlandesgericht hat seine Richtwerte für Unterhaltszahlungen an minderjährige Kinder getrennter Eltern angepasst. Der betroffene Nachwuchs profitiert davon - wenn auch nur eingeschränkt.

Thüringen. Minderjährige Trennungskinder in Thüringen haben Anspruch auf höhere Mindestbeträge beim Unterhalt. Das Thüringer Oberlandesgericht (OLG) in Jena hat seine Leitlinien zum Jahresbeginn angepasst und damit bundesweite Richtwerte zum Kindesunterhalt berücksichtigt, wie es am Montag mitteilte.

Demnach steigt der Mindestunterhalt für Kinder und Jugendliche wie folgt:

  • bis fünf Jahre von 348 Euro auf 354 Euro,
  • bei Kindern ab sechs bis elf Jahre auf 406 Euro
  • bei Kindern im Alter von zwölf bis 17 Jahren von 467 auf 476 Euro.
  • Von 18 Jahren an bleibt der Mindestsatz bei 527 Euro.

Kindergeld wird gegengerechnet

Die Beträge beziehen sich auf Unterhaltspflichtige, die ein monatliches Nettoeinkommen bis zu 1900 Euro haben. Liegt dieses höher, steigen auch die Unterhaltsbeiträge. Allerdings wird stets das Kindergeld gegengerechnet - laut OLG bei minderjährigen Kindern zur Hälfte, bei Volljährigen komplett.

Die tatsächlich zu zahlenden Beiträge eines unterhaltspflichtigen Elternteils verringern sich also um den entsprechenden Betrag. Am 1. Juli beträgt das Kindergeld für ein erstes und zweites Kind 204 Euro, für ein drittes Kind gibt es vom Staat 210 Euro, und für jedes weitere 235 Euro.

Thüringen übernimmt Richtwerte für Kindesunterhalt

Die Richtwerte zum Kindesunterhalt sind in der sogenannten Düsseldorfer Tabelle festgeschrieben und wurden nun in die Unterhaltsleitlinien des Thüringer Oberlandesgerichts aufgenommen. Für die Familiensenate des OLG sind die Leitlinien eine Orientierungshilfe.

Darin enthalten sind auch Unterhaltsregeln für geschiedene Ehepaare. Bis zu einer Grenze von derzeit 11.000 Euro gemeinsamen Einkommens pro Monat muss ein Unterhaltsberechtigter nicht erklären, wofür das Geld in der Ehe verwendet wurde, weil davon ausgegangen wird, dass das Einkommen vollständig für den Lebensbedarf der Familie verwendet wurde. (dpa)