Flüchtlinge in Seenot: Wird Jena jetzt zum sicheren Hafen für Gerettete?

Im Mittelmeer sterben jeden Tag Menschen. In Jena setzt sich eine Initiative dafür ein, dass die geretteten Migranten hier Schutz finden. (Archivfoto)
Im Mittelmeer sterben jeden Tag Menschen. In Jena setzt sich eine Initiative dafür ein, dass die geretteten Migranten hier Schutz finden. (Archivfoto)
Foto: Santi Palacios / dpa

Jena. Bei ihrer Flucht nach Europa sterben im Mittelmeer viele Menschen. In Not geratene Flüchtlinge werden aber auch immer wieder von Hilfsorganisationen gerettet. Offen ist dann oft die Frage, wo die Asylsuchenden letztlich an Land kommen dürfen. In Jena setzt sich eine Initiative jetzt dafür ein, dass aus Seenot gerettete Menschen in der Saalestadt unterkommen dürfen.

Update: Der Stadtrat in Jena hat über den sicheren Hafen abgestimmt. >>>Hier liest du mehr zum Ergebnis

Jugend gegen Rechts in Jena ruft zu Demo auf

Einen entsprechenden Antrag habe die Linke bereits in den Stadtrat eingebracht, heißt es in einer Mitteilung von "Jugend gegen Rechts Jena". Über den Vorschlag werde am Mittwochabend entschieden.

Sicherer Hafen: Jena soll aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufnehmen

Um das Ansinnen zu unterstützen, dass Jena zum "sicheren Hafen" erklärt wird und gerettete Menschen aufnimmt, geht das Bündnis am Mittwoch vor der Stadtratssitzung auf die Straße. Bei der Demo ab 17 Uhr vor dem Rathaus solle protestiert werden, "um auf das anhaltende Sterben im Mittelmeer aufmerksam zu machen und Druck auf die Politik ausüben, dass diese endlich handelt statt zu ignorieren", wie es hieß.

Kundgebung in Orange in Jena

"Seenotrettung ist kein Verbrechen!", macht die Jugend gegen Rechts deutlich. Teilnehmer sollten bei der Kundgebung etwas Orangefarbenes tragen.

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Täglich sterben Migranten im Mittelmeer

Die Überfahrt über das Mittelmeer ist für Migranten 2018 nach UN-Angaben noch lebensgefährlicher geworden. Wahrscheinlich habe die Einschränkung der Such- und Rettungseinsätze dazu beigetragen, berichtete das Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf Ende Januar. Jeden Tag seien im Durchschnitt sechs Menschen ums Leben gekommen.

Insgesamt kamen 2018 fast 117.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Mindestens 2275 seien umgekommen. In diesem Jahr starben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) von Anfang April bisher 311 Menschen auf dem Mittelmeer. (maf, dpa)