Wassermassen wälzen sich durch Erfurt – Thüringen bereitet sich auf Hochwasser vor

Der Flutgraben der Gera in Erfurt führte am Dienstag deutlich mehr Wasser als üblich.
Der Flutgraben der Gera in Erfurt führte am Dienstag deutlich mehr Wasser als üblich.
Foto: Michael Frömmert

Thüringen. Nach dem heftigen Regen bereiten sich die Einsatzkräfte an etlichen Flüssen in Thüringen auf ein mögliches Hochwasser vor. Zuvor waren vielerorts Straßen und Keller überflutet worden, aus der Krayenberggemeinde (Wartburgkreis) wurde eine Schlammlawine gemeldet. In Erfurt stieg der Pegel der Gera deutlich an.

Wetter in Thüringen: Flüsse schwellen an – Alarmstufe erreicht

Besonders an Ilm, Unstrut und Werra war mit steigenden Wasserständen zu rechnen, wie die Hochwassernachrichtenzentrale (HNZ) des Landes am Dienstag online mitteilte. So stieg an der Ulster – einem Zufluss der Werra – der Pegel rasant an und erreichte am Dienstag Alarmstufe 2 (von drei).

Eine erste Meldung gab es auch aus Erfurt-Möbisburg von der Gera. Hier wurde die Alarmstufe 1 jedoch knapp unterschritten, der Pegel ging am Vormittag wieder zurück. Die HNZ sprach insgesamt von einem "mittleren Hochwasser" im Südwesten Thüringens. Es gebe allerdings Probleme bei der Vorhersage, weil es auf dem Server des Deutschen Wetterdienstes zu Datenausfällen gekommen sei.

Erfurt: Hoher Wasserstand der Gera

Seit Montagabend war vor allem in Erfurt die Feuerwehr alarmiert. Die Stadtverwaltung hatte Bürgern geraten, die unmittelbar an der Wilden Gera wohnten, sich auf ein Hochwasser vorzubereiten. Durch den Gera-Flutgraben wälzten sich am Dienstag deutlich größere Wassermassen als üblich.

Die starken Regenfälle haben die Gera in Erfurt von Montag zu Dienstag (21.05.2019) deutlich anschwellen lassen.
Wasserstand der Gera an der Schmidtstedter Brücke in Erfurt am Montagabend (20.05.2019)
Wasserstand der Gera an der Schmidtstedter Brücke in Erfurt am Dienstagvormittag (21.05.2019)
Wasserstand der Gera an der Schmidtstedter Brücke in Erfurt am Montagabend (20.05.2019)

Sandsäcke in Erfurt gestapelt

Wie eine Polizeisprecherin am Morgen sagte, wurden im Erfurter Stadtteil Hochheim vorsorglich Sandsäcke gestapelt. Größere Einsätze blieben aber auch dort bislang aus.

Tornado oder Funnel Cloud über Erfurt?

In Erfurt sorgte das Foto einer Wolke, die einem Tornado glich, für Aufsehen. Ob es sich tatsächlich um eine solche Windhose oder eine sogenannte Funnel Cloud handelte, war aber zunächst unklar. Die Erfurterin hatte das Phänomen über dem Berliner Platz entdeckt.

Vor allem im Südwesten Thüringens und in der Rhön kam reichlich Wasser von oben. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete am Dienstag für Birx (Kreis Schmalkalden-Meiningen) 100 Liter Regen je Quadratmeter – das war der landesweit höchste Wert.

Ilm-Kreis hat schon seit Tagen mit Starkregen zu kämpfen

Im Wartburgkreis liefen seit Montag Keller voll. Eine Sprecherin des Landkreises sagte am Morgen allerdings, dass die Lage überschaubar sei.

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Das Schlimmste ist noch nicht überstanden

Auch im Ilm-Kreis standen am mehrere Keller unter Wasser, ebenso Turnhallen und ein Jugendklub. Die Kreisverwaltung erwartete stark ansteigende Pegelstände auch an der Wipfra – bis auf ein Niveau der höchsten Warnstufe 3, wie eine Sprecherin sagte. In Plaue wurden am Montag wieder Sandsäcke gefüllt, nachdem dort bereits am Sonntag starker Regen für überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller gesorgt hatte. Nach Angaben der Sprecherin wurde in Marlishausen – einem Stadtteil von Arnstadt – eine Grundschule vorsichtshalber gesichert.

Überschwemmungen schon am Sonntag in Thüringen

Wetter in Thüringen: Neue kräftige Regenfälle

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sollte der Regen am Dienstagvormittag in Thüringen zunächst nachlassen. Ortsweise sind noch Gewitter mit Starkregen und Hagel möglich. Die Meterologen rechnen für die Nacht zum Mittwoch allerdings nochmals mit teils kräftigen Regenfällen, diesmal vor allem im Vogtland an der thüringisch-sächsischen Landesgrenze. (dpa, maf)