Psychiatrie statt Knast nach Stückel-Mord in Thüringen: Mann schuldunfähig?

Der Angeklagte, ein Dolmetscher und die Verteidiger stehen vor Verhandlungsbeginn gegen den mutmaßlichen Mörder eines chinesischen Studenten in Jena im Sitzungssaal des Landgerichts Gera. (Archivbild)
Der Angeklagte, ein Dolmetscher und die Verteidiger stehen vor Verhandlungsbeginn gegen den mutmaßlichen Mörder eines chinesischen Studenten in Jena im Sitzungssaal des Landgerichts Gera. (Archivbild)
Foto: Martin Schutt/ZB/dpa

Gera . Nach dem gewaltsamen Tod eines chinesischen Studenten in Jena wird der mutmaßliche Täter dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Das Landgericht Gera sah es als erwiesen an, dass der aus Vietnam stammende Mann sein Opfer wegen einer schizophrenen Erkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit getötet und zerstückelt hatte, wie eine Gerichtssprecherin am Montag sagte. Die Entscheidung in dem Sicherungsverfahren sei bereits am Freitag ergangen. Als erstes hatte die "Ostthüringer Zeitung" am Freitag darüber berichtet.

Student erschlägt Kommilitonen in Jena

Der Student hatte zugegeben, seinen Kommilitonen mit einem Hammer erschlagen zu haben. Anschließend zerteilte er die Leiche und legte die Teile an verschiedenen Stellen in Jena ab.

Nachdem er sich seiner Freundin anvertraut hatte, überzeugte diese ihn, sich bei der Polizei zu stellen. Im Verfahren hatte er angegeben, von Stimmen in seinem Kopf zu der Tat angeleitet worden zu sein.

------------------------------------

Mehr Themen aus Jena:

-------------------------------------

Die Vertreter der Nebenklage hatten beantragt, den Fall in ein normales Strafverfahren zu überführen und den Beschuldigten wegen Mordes bei verminderter Schuldfähigkeit zu verurteilen. Nach Angaben der Gerichtssprecherin hatten sie bis Montag noch keine Rechtsmittel eingelegt. Dazu haben sie jedoch noch bis zum Freitagabend Zeit. (dpa)