Jena: Streit um Shisha-Bar – Gäste sind außer sich: „Alles Schikane!“

Ein heftiger Streit ist um eine Shisha-Bar in Jena ausgebrochen. Die Betreiber setzten sich nun mit diesem Schreiben zur Wehr.
Ein heftiger Streit ist um eine Shisha-Bar in Jena ausgebrochen. Die Betreiber setzten sich nun mit diesem Schreiben zur Wehr.
Foto: Privat/ dpa/ Thüringen24

Jena. Eine Shisha-Bar in Jena sorgt derzeit für heftige Diskussionen. Der Grund ist ein Aushang, den die Betreiber auch ins Netz gestellt haben. Darauf steht: Die Stadt Jena habe das Shisha-Rauchen untersagt.

Doch der Grund macht viele Gäste der Shisha-Bar in Jena und auch zahlreiche Facebook-Nutzer rasend!

Jena: Stadt verbietet Shisha-Rauchen – Betreiber verständnislos

Der Reihe nach: Die Blowbar in der Innenstadt in Jena erhebt Vorwürfe gegen die Stadt. In der Shisha- und Cocktailbar dürfen zurzeit keine Shishas (Wasserpfeifen) ausgegeben werden. Das hat die Stadt bis auf Weiteres untersagt.

Warum? Andy Heller, einer der Betreiber der Shisha-Bar, erklärt, die Stadt verlange von ihnen, einen weiteren Parkplatz zur Verfügung zu stellen. Der Blowbar stehen zwei Parkplätze zur Verfügung. Es müssten aber drei Parkplätze gestellt werden.

Alternativ könne man 10.000 Euro zahlen. Bis das nicht geschehe, dürfen keine Shishas ausgegeben werden.

Anhänger der Blowbar sind außer sich! Das sei doch wohl ein schlechter Scherz. „Alles Schikane, mehr fällt mir dazu nicht ein“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Ein anderer schimpft: „Bürokratischer Blödsinn hoch 10... man versucht doch langsam aber sicher, alles kaputt zu machen hier zu Lande.“

Auch Andy Heller ist betrübt. „Unsere Existenzgrundlage wird uns genommen! Die Leute kommen hauptsächlich wegen der Shishas zu uns.“

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Was ist eine Shisha?

  • Wasserpfeife aus Indien oder Persien
  • Geraucht wird meist Tabak mit Geschmacksrichtung
  • Der Rauch wird durch ein mit Wasser gefülltes Gefäß gezogen
  • Gesundheitliche Risiken werden immer wieder bestritten, sind aber nachgewiesen

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Stadt Jena: „Die Parkplätze sind nicht das Problem, sondern...“

Stadtsprecher Kristian Philler klärt auf Anfrage von Thüringen24 auf: Eine Shisha-Bar gelte für die Bauordnung als Gaststätte. Da gelten für die Parkplätze keine strengeren Regeln, als für andere Bars und Restaurants auch. Vorgeschrieben ist hier: Ein Parkplatz pro 8 bis 12 Sitzplätze.

Die Blowbar könne bisher zwei Parkplätze vorweisen. Da die Platzanzahl aber von 20 auf 36 erhöht wurde, muss nun also ein dritter Stellplatz nachgewiesen werden.

Die Parkplätze seien aber gar nicht das Problem. „Dafür kann sich eine Lösung finden lassen“, sagt der Stadtsprecher. Das Shisha-Verbot habe einen ganz anderen Grund.

Es gehe vielmehr um eine falsche Lüftungsanlage. Die Lüftung der Blowbar habe keine ausreichende Genehmigung und müsse deshalb nocheinmal überprüft werden. „Wenn die Lüftung geprüft wurde, dürfen auch wieder Shishas ausgegeben werden“, sagt Philler.

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Die Betreiber der Blowbar haben die entsprechenden Unterlagen zur Lüftungsanlage bereits eingereicht. „Wir wollen das alles richtig machen“, betont Andy Heller. „Hier ist alles in Ordnung.“

Toter in der Shisha-Bar

Im Juni letzten Jahres ist es in Jena zu einem tragischen Ereignis in einer Shisha-Bar gekommen. Ein 30 Jahre alter Mann wollte im Keller der Shisha-Bar ein Notstromaggregat betanken. Der Raum sei aber offenbar voller Kohlenmonoxid gewesen, sodass er das Bewusstsein verlor. >>>Hier geht's zum Bericht.

Nach diesem Vorfall wurden alle Shisha-Bars in der Stadt noch einmal scharf auf ihre Brandschutzvorrichtungen überprüft. (fno)