Jena: Frau macht beunruhigende Entdeckung an der Saale – „Ist das Kunst oder kann das weg?!“

Müll an der Saale in Jena soweit das Auge reicht, findet jedenfalls Franziska. Sie geht entlang des Flusses regelmäßig spazieren.
Müll an der Saale in Jena soweit das Auge reicht, findet jedenfalls Franziska. Sie geht entlang des Flusses regelmäßig spazieren.
Foto: Privat

Jena. Regelmäßig geht Franziska Haid mit ihrem Hund an der Saale in Jena spazieren. Doch seit einiger Zeit stört sie etwas entlang des Flussufers.

„Mir ist es letztes Jahr schon aufgefallen, dass die Verschmutzung an der Saale und an den Grünflächen um die Saale massiv zugenommen hat“, erzählt sie Thüringen24 verärgert. Zum Beweis schießt die 27-Jährige aus Jena zahlreiche Bilder.

Glasflaschen, ein Einkaufswagen unter einer Brücke, ein Fahrradkorb, verrostete Metallteile - was eigentlich als Naherholungsgebiet gedacht ist, ähnelt eher einer Mülldeponie.

Saale in Jena ähnelt stellenweise einer Müllkippe

Bei ihren Spaziergängen an der Saale beobachtet sie häufig, wie Leute ausgelassen feiern, trinken und grillen - und ihren Müll anschließend einfach liegen lassen. Dafür hat die gelernte Köchin wenig Verständnis.

Da Franziska Haid gerne fotografiert, setzt sie den Unrat in Szene, lädt die Bilder anschließend bei Facebook hoch. Dazu stellt sie die Frage: „Ist das Kunst oder kann das Weg?!“

Viele Nutzer teilen ihre Beobachtung, andere werfen ihr vor, dass sie den Müll doch selber wegräumen könne. Dem widerspricht sie: „Wenn ich so etwas sehe, gerade wenn es in Hecken entsorgt wurde, sammle ich es ein, so gut ich es kann.“ Wenn in der Nähe kein Mülleimer zu finden ist, legt sie die Sachen an einen Punkt, sodass Mitarbeiter der Stadt den Müllberg entfernen können.

Für einige Abfälle hat sie eine Erklärung: Ende August fand das Rockfestival am Wehr in unmittelbarer Nähe statt. Zuschauer könnten Bierflaschen und Co. am Saale-Ufer liegen lassen haben.

Dabei geht der 27-Jährigen, die seit fünf Jahren in Jena lebt, nicht nur um die Verschmutzung, „sondern auch um die Gefährdung von spielenden Kindern, frei laufenden Hunden und Tieren, die die Saale und ihr Ufer beherbergen.“

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Schüler sammelten eine halbe Tonne Müll

Der Stadt Jena ist das Müll-Problem durchaus bekannt. Sie verweist darauf, dass die Saale als Gewässer erster Ordnung in die Verantwortung des Landes fällt.

„Dies gilt auch für einen ein Meter breiten Streifen am Ufer“, erklärt Stadtsprecher Kristian Philler. Grobe Verunreinigungen werden regelmäßig vom Kommunalservice beseitigt.

Entdecken Passanten Müll, können sie den städtischen Mängelmelder kontaktieren. „Zusätzlich gibt es einmal im Jahr den auf allgemeinem Engagement fußenden SaalePutz“, so der Stadtsprecher.

Im Sommer sammelten zusätzlich 55 Schüler des Otto-Schott-Gymnasiums beim „Saale clean-up“ unfassbare 500 Kilogramm Unrat.

Wie kann gegen das Problem in Zukunft vorgegangen werden?

„Eine Ordnungswidrigkeit muss vom Eigentümer zur Anzeige gebracht werden.“ Eine Anfrage dieser Redaktion an das Thüringen Landesamt für Umwelt- und Naturschutz ist momentan noch offen.

Franziska Haid hat hingegen eine klare Meinung zum Problem: „Man sollte die Natur vor solchen Dingen schützen, und wenn jeder mit Bedacht handelt, geht es der Natur um einiges besser.“ (mb)