Jena: Fußballfans rasten aus – wegen dieser Plakate! „Dreist und unverschämt“

In Jena wird Werbung für RB Leipzig alles andere als gerne gesehen.
In Jena wird Werbung für RB Leipzig alles andere als gerne gesehen.
Foto: imago images/Christoph Worsch - Facebook/Hintertorperspektive - Collage: thueringen24

Jena. Da können viele Fußballfans in Jena nur mit dem Kopf schütteln.

Der umstrittene Bundesligist RB Leipzig macht derzeit mit großen Plakaten in Jena Werbung in eigener Sache. Überall in der Stadt will der Brauseklub Zuschauer auf das Produkt RB Leipzig aufmerksam machen.

Jena: Fans schimpfen über RB-Plakate

Das Ziel ist klar: Der Bundesligist will mit seinem familienfreundlichen Hochglanz-Produkt in jenen Städten Fans anwerben, in denen die ansässigen Vereine derzeit in den Niederungen der dritten oder vierten Liga mehr durch Fan-Ausschreitungen als durch sportliche Erfolgen für Schlagzeilen sorgen.

In Jena setzt die aktive Fanszene des FC Carl Zeiss sich nun zur Wehr. „Hey RB Leipzig, ist das euer scheiß Ernst“, schreibt die „Hintertorperspektive“ in einem Facebook-Post. Der Verein engagiert sich in Zusammenarbeit mit den Jenaer Ultras für Integration.

„Dreist und unverschämt!“

Weiter heißt es in dem Statement: „Eure Kampagnen könnt ihr für euch behalten! Wir finden es absolut dreist und unverschämt, auf Großflächenplakaten in Städten zu werben, in denen Traditionsvereine beheimatet sind. Dies zeigt uns deutlich, welch respektloses Auftreten dieses Konstrukt 'RB' gegenüber der Fußballkultur hat.“

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Die „Hintertorperspektive“ nimmt kein Blatt vor den Mund: „Vereine wie unser FC Carl Zeiss Jena, die auf jeden Zuschauer im Stadion angewiesen sind, werden so auf Dauer bewusst abgehängt. Herzlichen Glückwunsch. Mag sein, dass eure geschaffene Welt interessant und unterhaltsam für einige Zuschauer ist. Authentisch ist sie nicht. Zeigt wenigstens so viel Anstand und bleibt den Städten mit Fußballtradition fern.“

Das Konstrukt RB Leipzig

Der Verein RB Leipzig wurde 2009 gegründet und stieg dank gigantischer Geldspritzen von Mutterkonzern Red Bull innerhalb weniger Jahre in die Bundesliga auf. Dort hat der Verein um Superstars wie Timo Werner sich schnell in der Spitzengruppe etabliert.

Fußballfans in ganz Deutschland sind sich einig, dass dieser Verein nur einen Zweck hat: Der Klub dient als Marketinginstrument des österreichischen Brauseherstellers und lässt daher jene Werte vermissen, die Fußballfans an Traditionsteams so sehr lieben.