Thüringen: Diese Stadt ist im Deutschland-Ranking ganz vorne dabei

Eine Stadt aus Thüringen hat im Deutschland-Städteranking punkten können. (Archivbild)
Eine Stadt aus Thüringen hat im Deutschland-Städteranking punkten können. (Archivbild)
Foto: Imago Images/Bild13

Thüringen. Berlin, München, Frankfurt, Hamburg – jeder kennt sie: DIE Metropolen von Deutschland. Doch Thüringen darf jetzt auch mitmischen: Denn eine Stadt aus dem Freistaat hat überzeugt und spielt jetzt bei den ganz großen mit.

Für das jährliche Städteranking vergleicht die Gesellschaft IW Consult des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft die aktuelle Lage, Veränderungsraten bestimmter Indikatoren (Dynamik) sowie Zukunftsperspektiven kreisfreier Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Analysiert werden Faktoren wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien, Forschungsstärke, Zukunftsindustrien und Lebensqualität.

Deutschland-Städteranking: Thüringen hat einen Hoffnungsschimmer

Darmstadt ist von allen deutschen Städten am besten für die Zukunft gerüstet, Berlin ist besonders dynamisch, München steht am besten da. Das sind die Top-Platzierungen des diesjährigen Städterankings des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Zusammenarbeit mit der „Wirtschaftswoche“ und dem Internet-Portal Immobilienscout24. Und für Thüringen und Sachsen gibt es auch gute Nachrichten.

Denn „Leipzig und Jena entwickeln sich erfreulich“, erläuterte Thomas Schroeter, Geschäftsführer von Immobilienscout24. Vor allem im Vergleich zu Autostandorten wie Wolfsburg oder Ingolstadt.

Demnach sei 30 Jahre nach dem Mauerfall in Potsdam, Jena, Dresden und Leipzig die Produktivität in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen. Sie weisen die höchste Zuwanderungsrate der 18- bis 25 Jährigen und eine deutlich höhere Akademikerquote auf.

Jena: Die Akademiker-Stadt landet gleich hinter München

Ursächlich dafür sei laut Immobilienscout24 vor allem der Zustrom an Studierender aus ländlichen Räumen Ostdeutschlands in die vier Uni-Städte. Jena ragt mit einer Quote von 32,5 Prozent Akademikern an allen Beschäftigten hervor und positioniert sich damit auf dem Rang 2 aller Großstädte hinter München. „Ein Hoffnungsschimmer aus den weitgehend stagnierenden ostdeutschen Großstädten", heißt es bei der Auswertung.

In puncto Dynamik eroberte Berlin den ersten Platz. Auf Rang zwei landete München, gefolgt von Fürth. Ingolstadt und Wolfsburg – im Vorjahr noch unter den Top Ten – stürzten auf Platz 39 beziehungsweise 49 ab.

Auch im Bereich aktuelle Lage verloren die beiden Autostädte an Boden – wenn auch nicht so dramatisch. Ingolstadt rangiert auf Platz vier (Vorjahr: zwei) und Wolfsburg auf Rang sieben (fünf). Ein wesentlicher Grund: Die Steuerkraft der beiden Kommunen habe sich im Vergleich zu 2012 - dem Jahr der Hochkonjunktur in der Autoindustrie – deutlich verschlechtert.

Städteranking: Hier punktet die "aktuelle Lage"

Unverändert in der Topliga spielt München. Die bayerische Landeshauptstadt landete bei der aktuellen Lage das siebte Mal in Folge auf dem Siegertreppchen.

Die einmalige Kombination aus hochleistungsfähiger Wissenschaft und wettbewerbsfähiger Wirtschaft wirke „wie ein Turbo für den Großraum München“, erklärte Hanno Kempermann von IW Consult.

Auf Spitzenreiter München folgen auf den Plätzen zwei und drei Erlangen und Stuttgart. Unter den Top zehn befinden sich auch die Bankenmetropole Frankfurt sowie Hamburg, Regensburg, Würzburg und Ulm.

Am unteren Ende der Tabelle verharren Bremerhaven (Rang 69) sowie die Ruhrgebietsstädte Herne (70) und Gelsenkirchen (71).

Großstädte des Ruhrgebiets bilden seit Jahren die Schlusslichter des Städterankings. Dennoch sieht Kempermann Chancen für die Region. Als Pluspunkte nennt er unter anderem vergleichsweise günstigen Wohnraum, kulturelle Offenheit, eine dichte Besiedlung, spezialisierte Fachkräfte, Universitäten und Forschungsinstitute, sowie Flughäfen.

Jena: Eine Stadt mit großer Zukunft!

Am besten gerüstet für die Zukunft ist der Analyse zufolge weiterhin Darmstadt. „Die südhessische Stadt ist Sitz einer großen Anzahl erfolgreicher und hochinnovativer Unternehmen“, argumentiert Kempermann. Dazu zählt unter anderem der Pharma- und Chemiekonzern Merck. Auf den weiteren Plätzen folgen München, Erlangen, Stuttgart und Jena.

Damit springt die Lichtstadt im Vergleich zum Vorjahr von Platz 7 auf Platz 5. Laut der Studie sei dafür inbesondere die Ansiedlungspolitik mit Forschungsinstituten, die sich in Jena offenbar bezahlt machen würden.

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Andere Analysen kommen teils zu etwas anderen Ergebnissen. Eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Privatbank Berenberg bescheinigte jüngst Berlin die besten Zukunftsaussichten - allerdings beachtet die Untersuchung nur die 30 größten deutschen Städten. Die Hauptstadt punktete mit einem vergleichsweise hohen prozentualen Bevölkerungsanstieg, dem höchsten Wachstum bei der Erwerbstätigkeit aller 30 Städte und einer deutlichen Verbesserung der Produktivität.

Leipzig belegte in der Gesamtschau erneut Rang zwei. Im Falle von München machten die Autoren dagegen „erste Grenzen des Wachstums“ aus: die bayerische Landeshauptstadt rutschte auf Platz drei. Für die Rangliste, die seit 2008 alle zwei Jahre erstellt wird, wurden Faktoren wie Bildung, Innovation, Internationalität und Erreichbarkeit sowie die Entwicklung von Produktivität und Bevölkerung analysiert. (dpa, aj)