„Armes Deutschland – deine Kinder“ (RTL2): Mutter lässt Kind DAS machen – „Machen uns strafbar“

Die Familie aus Jena ist bei „Armes Deutschland – deine Kinder“ zu sehen. Mama Carolin schockiert mit einer Aussage.
Die Familie aus Jena ist bei „Armes Deutschland – deine Kinder“ zu sehen. Mama Carolin schockiert mit einer Aussage.
Foto: RTLZWEI

Jena. Jedes vierte Kind im Osten Deutschlands ist von Kinderarmut betroffen. So auch die sechs Kinder einer jungen Familie aus der Nähe von Jena. Was das genau bedeutet, hat die Familie einem Kamerateam von RTL2 für die Sendung „Armes Deutschland – deine Kinder“ gezeigt.

Und bei den Dreharbeiten in der Nähe von Jena hat Mutter Carolin für schockierte Gesichter gesorgt. Denn sie sagt gegenüber RTL2 ganz klar: „Also strafbar machen wir uns auf jeden Fall.“

RTL2 dreht für „Armes Deutschland – deine Kinder“ in Jena

Doch ihr Sohn, der neunjährige Julian, würde das so wollen. Denn er trägt zwei Mal im Monat Zeitungen aus, verdient sich so ein bisschen Taschengeld dazu. 20 Euro hat er damit am Ende des Monats erwirtschaftet. Ein bisschen was davon gibt er dann seinen Eltern. „Damit kann ich meine Eltern unterstützen“, sagt der Drittklässler tapfer.

Jugendschutzgesetz: Kinder und Arbeit

  • Jobben dürfen Kinder erst ab 13 Jahren, für 13-15-Jährige gilt: Genehmigung der Eltern muss vorhanden sein, die Kinder dürfen nicht länger als zwei Stunden am Tag arbeiten, Kinder dürfen nicht vor der Schule oder nach 18 Uhr arbeiten
  • ab 16 Jahren: Jugendliche dürfen einen regulären Ferienjob annehmen und im Jahr vier Wochen arbeiten

Und das, was an Geld übrig bleibt, investiert er in Spielsachen. Und der Neunjährige beklagt sich nicht.

Genau so wenig wie die kleine Luna. Sie ist erst vier Jahre alt und übernimmt bereits Aufgaben im Haushalt, die eigentlich gar nicht für Kinder ihres Alters gedacht sind. So hält die Kamera drauf, als das kleine Mädchen an der Spüle steht und die Aschenbecher putzt. Spülen statt Spielen also.

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Luna (4) packt Tasche für Kindergarten – doch sie darf nicht hin

Dabei würde sich die Vierjährige von Herzen wünschen, mehr spielen zu können – vor allem mit anderen Kindern. Jeden Tag packt sie eine Tasche für den Kindergarten. Für einen Kindergarten, in dem sie keinen Platz bekommen hat. Schwer zu verstehen für das kleine Mädchen.

Darum ist sie viel zu Hause. Freunde hat sie keine. Als eine Reporterin von RTL2 sie danach fragt, schaut sie traurig in die Kamera. Dann verbirgt sie ihr Gesicht in ihren kleinen Händen.

Die meiste Zeit verbringt sie mit ihrer Familie. Und das vor allem daheim. Denn einen Urlaub können sich die Acht nicht leisten. Mama Carolin ist zwar gelernte Hotelfachfrau, zurzeit ist sie allerdings zu Hause und kümmert sich um die Kinder.

Einzig und allein Vater Andre bringt Geld in die Familie. Doch das reicht gerade mal für das Nötigste.

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Vater Andre: „Will Kindern ein Vorbild sein“

Viel mehr als den Hartz 4-Satz bekommt er im Monat nicht zusammen. Die Familie bezieht außerdem noch Hilfe vom Staat. So bezahlte das Amt beispielsweise die Wohnung.

Doch um das Geld allein gehe es dem Vater auch nicht hauptsächlich bei seiner Arbeit. Der gelernte Landwirt will seinen Kindern ein Vorbild sein: „Damit sie später nicht hartz-4-mäßig unterwegs sind“, betont der 33-Jährige.

Und der Gedanke scheint anzukommen. Julian träumt davon, Feuerwehrmann zu werden. „Arbeiten ist sehr wichtig“, sagt er mit seinen neun Jahren in die Kamera. Damit er sich später einmal eine schöne Wohnung leisten können.

Die ganze Folge siehst du hier <<<<.(abr)