Jena: Straßennamen-Eklat! Anwohnerin kann es nicht fassen – „Das geht zu weit?“

In Jena wunderten sich Anwohner am Wochenende über umbenannte Straßenschilder.
In Jena wunderten sich Anwohner am Wochenende über umbenannte Straßenschilder.
Foto: Martin Schutt / dpa & FDJ

Jena. Da haben Anwohner in Jena am Sonntag ihren Augen kaum getraut, als sie die neuen Straßenschilder das erste Mal gesehen haben. Irgendetwas ließ sie stutzen, irgendetwas war nicht richtig mit den Schildern.

Die Stauffenbergstraße wurde kurzerhand in die Magnus-Poser-Straße umbenannt – so zumindest stand es auf dem Schild. Es sollte nicht das einzige ausgetauschte Straßenschild in Jena an diesem Wochenende sein. Mittlerweile hat sich dazu eine Gruppe bekannt.

Straßenschilder-Eklat in Jena: Anwohner außer sich

„Was soll das bitte die Stauffenbergstraße umzubenennen“, regt sich die Anwohnerin in einer Facebook-Gruppe aus Jena auf. Sie habe kein Problem damit, wenn jemand ein Statement setzen möchte. Doch das gehe ihr zu weit.

Was wenn Sanitäter dorthin gerufen werden und sich auf Straßenschilder verlassen?, fragt sie. „Ein Herzinfarktpatient hat dann Pech, da der Krankenwagen durch Irreführung zu spät kommt“, so die Anwohnerin.

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„Echt traurig, was hier abgeht“

Auch andere Nutzer der Facebook-Gruppe sind geschockt. Sie schreiben:

  • „Echt traurig, was hier abgeht“
  • „Jeder macht hier was er will“

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Manche rätseln, ob es sich um eine Maßnahme der Stadt handelt. Doch dem widerspricht eine anderer Anwohner: „Soll symbolisch sein...Habe die Herren angesprochen als sie es vor einer Stunde angebracht haben.“

Das steckt dahinter

Gegenüber THÜRINGEN24 hat sich die Gruppe „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) zu der Aktion bekannt. Sie bestätigt den Kontakt zu einem Passanten, der sich über die Umbenennung gewundert hat. „Die Antwort ist klar: Wer heute den Faschismus nicht bekämpft, hat nichts aus der Geschichte gelernt“, heißt es.

Zwar war Claus Schenk Graf von Stauffenberg Hauptakteur beim Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944, hatte 1933 seine Ernennung zum Reichskanzler zunächst begrüßt. Man habe den Straßenamen deshalb überklebt, um ein Zeichen für einen Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime aus Jena zu setzen.

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„Magnus und Lydia Poser, einst zu den berühmten Jenaern gezählt, geraten heute mehr und mehr in Vergessenheit“, so die FDJ. Deshalb tauchten auch die Lydia-Poser-Straße und die Straße der Jugend am Wochenende in Jena auf. (ak)