Jena: DIESE Erfindung könnte beim Besiegen des Coronavirus helfen

Forschern in Jena ist eine Erfindung gelungen, die auch bei der Untersuchung des Coronavirus helfen könnte. (Symbolbild)
Forschern in Jena ist eine Erfindung gelungen, die auch bei der Untersuchung des Coronavirus helfen könnte. (Symbolbild)
Foto: imago images / agefotostock

Jena. In Jena haben sich InfectoGnostic-Forscher etwas Neues einfallen lassen, um die Verbreitung von Bakterien und Viren in der menschlichen Lunge besser zu untersuchen. Ein Lungenbläschen-Modell, das auf Basis menschlicher Zellen entwickelt wurde, könnte sogar Tierversuche ersetzen.

Jena: Eine Erfindung könnte bei Coronavirus helfen

Für die Entwicklung neuer Medikamente sind Tierversuche aktuell unverzichtbar. Doch neben der Kritik von Tierschützern steht auch in Frage, ob die Ergebnisse wirklich auf den menschlichen Körper übertragbar sind.

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Nicht selten sprechen die Versuchstiere, wie Mäuse und Ratten, bei klinischen Tests völlig anders auf Krankheitserregern an. „Mäuse können im Verhältnis zu ihrer Körpermasse viel höheren Lasten an Infektionserregern ausgesetzt werden, bevor überhaupt Symptome auftreten“ erklärt Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer, Mikrobiologin am UKJ.

Superinfektion durch Viren und Bakterien

Das Jenear Startup-Unternehmen Dynamic24 GmbH hat sich zur Aufgabe gemacht eine bessere Lösung für Tests zu entwickeln. Dafür kooperierte das Startup mit weiteren InfectoGnostic-Partnern.

Bei der Kooperation entstand das künstliche Modell eines Lungenbläschens. Es ermöglicht den Forschern direkt mit menschlichen Zellen zu arbeiten. Jetzt wurde es erstmals in einer Untersuchung der Influenza-Erkrankung mit einer weiteren Infektion durch Bakterien eingesetzt.

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So eine „Superinfektion“ tritt häufig im Zusammenhang mit Staphylococcus aureus auf. Das Bakterium besiedle auch bei vielen gesunden Menschen den Nasen-Rachen-Raum, erzählt Dr. Deinhardt-Emmer.

So wirkt sich die Erkrankung aus

Bei einer Grippeerkrankung kann es eine Lungenentzündung auslösen oder verschlimmern, wie die Seite des Forschungscampus Jena „InfectoGnostic“ berichtet.

Bei den Untersuchungen fanden die Forscher raus, dass bei einer gleichzeitigen Infektion von Influenza und Staphylokokken, die schützende innere Schicht der Blutgefäße geschädigt wird. Der Erreger kann sich so schneller in der Lunge verbreiten.

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Wie können diese Ergebnisse beim Coronavirus helfen?

Diese Ergebnisse haben auch großes Potenzial für weitere Fragestellungen, beispielsweise wenn es um das Infektionsverhalten des Coronavirus geht. Das Lungenbläschen-Modell könnte bei Untersuchungen einer SARS-CoV-2-Infektion genutzt werden, die Erkrankung der Lunge besser verstanden werden.

Demnächst sollen auch Medikamente mit dem Modell getestet werden, berichtet Knut Rennert, Geschäftsführer der Dynamic24 GmbH. Auch an weiteren Organmodellen, wie Leber und Darm, arbeitet das Unternehmen. (mia)