Jena: Bauarbeiter graben in Kanal – dann machen sie einen überraschenden Fund

Bei Kanalarbeiten in Jena wurden erstaunliche Funde gemacht.
Bei Kanalarbeiten in Jena wurden erstaunliche Funde gemacht.
Foto: imago/Stadtwerke Jena

Jena. Einen bizarren Fund haben Bauarbeiter bei Kanalbauarbeiten in Bucha bei Jena gemacht. Bei Schachtarbeiten rund um die Dorfkirche machten sie plötzlich eine überraschende Entdeckung.

Jena: Bauarbeiter graben Kanal – und finden DAS

Seit April vergangenen Jahres laufen die Kanalbauarbeiten des Zweckverbandes JenaWasser in der südlichen und nördlichen Dorfstraße in Bucha. Ziel ist der Anschluss des Ortes an die Zentralkläranlage in Jena-Zwätzen. Dafür errichtet JenaWasser ein getrenntes Kanalsystem für Schmutz- und Regenwasser, erneuert Abwasserschächte und Hausanschlüsse.

Doch die Kanalarbeiten mussten jüngst zeitweise unterbrochen werden, weil im bei Grabungen überraschende Dinge ans Licht gekommen sind.

„Wir gehen davon aus, dass wir hier auf den alten Friedhof von Bucha gestoßen sind”, sagte der zuständige Grabungsleiter vor Ort, Andreas Hummel. „Darauf lässt die unmittelbare Nähe zur Kirche schließen”.

Dort waren Bauarbeiter auf rechteckige Verfärbungen und Knochen gestoßen, die sich später als Reste historischer Grabstätten erweisen sollten.

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Skelette aus dem Mittelalter gefunden?

„Wir schätzen die Skelette auf die Zeit des Hoch- oder Spätmittelalters. Wir gehen also davon aus, dass sie mindestens 500 bis 600 Jahre alt sein könnten”, so Hummel.

Unverzüglich wurde das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie hinzugezogen und eine sogenannte Rettungsgrabung begonnen. Dabei legten die Wissenschaftler in den nur wenige Meter langen und einen Meter breiten Leitungsgräben insgesamt 14 teilweise vollständig erhaltene menschliche Skelette frei.

Die Funde wurden geborgen und nach Weimar überführt. Dort sollen sie in den nächsten Monaten wissenschaftlich untersucht werden. Vor allem die Frage, aus welcher Zeit sie stammen, soll geklärt werden. Eine genauere Datierung der Knochen sei vor Ort schwierig, weil keine Grabbeigaben gefunden worden sind.

Auch geben weder Reste von Särgen oder noch irgendwelche Alltagsgegenstände, wie Scherben oder Werkzeuge, den Archäologen Anhaltspunkte auf den zeitlichen Ursprung der Funde. Die Skelette wurden in unterschiedlichen Tiefen zwischen 70 und 170 Zentimetern gefunden. „Insofern ist noch nicht einmal klar, ob sie alle aus derselben Zeitepoche stammen,” so der Grabungsleiter.

Sobald mehr Erkenntnisse über die Skelette vorliegen, so stellt Andreas Hummel in Aussicht, sei auch ein kleiner Vortragsabend denkbar, in dem die Buchaer mehr über die Funde auf ihrem Kirchplatz erfahren können. Das Interesse daran, das zeigen die vielen neugierigen Fragen der vorbeikommenden Dorfbewohner, scheint jedenfalls groß zu sein.