Jena: Grünen-Chefin Göring-Eckardt nimmt Stellung zu Straßennamen in der Stadt – und tritt große Diskussion los

Jena: Katrin Göring-Eckardt hat sich Gedanken über die Gender-Rolle von Straßennamen in der Stadt gemacht.
Jena: Katrin Göring-Eckardt hat sich Gedanken über die Gender-Rolle von Straßennamen in der Stadt gemacht.
Foto: imago images / Christian Spicker; Screenshot Facebook (Montage: Thüringen24)

Gender-Trouble in Jena! Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt nimmt auf Facebook Stellung zu der Verteilung der Straßennamen in Jena. Was sie nicht ahnt: Mit dem scheinbar harmlosen Post tritt sie eine riesige Diskussion los.

Die Grünen-Politikern ist zwei Wochen in Thüringen unterwegs gewesen. Am Samstag machte sie Halt in Jena. Ihr größtes Anliegen in der Stadt: Straßennamen.

Jena: Scheitert Göring-Eckardt an Rechnen-Aufgabe?

Was Katrin Göring-Eckardt missfällt: Es gibt nur wenige, die nach Frauen benannt wurden. Sie schreibt: „166 Straßen in Jena sind nach Männern benannt, und gerade mal 17 Straßen nach Frauen, also nur 1,7 Prozent. Dass das viel zu wenig ist und überhaupt nichts mit der Realität zu tun hat, merkt wirklich jeder.“

Moment Mal: 17 von 166 sind 1,7 Prozent? Da kann doch etwas nicht stimmen. Kurz nach dem Post bricht eine Diskussion los. So schreibt ein Nutzer: „17 von 166 sind 1,7 Prozent? Und sowas darf in die Politik??“

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Das ist Katrin Göring-Eckardt:

  • Voller Name: Katrin Dagmar Göring-Eckardt
  • Sie ist eine deutsche Politikern und gehört zu Bündnis 90/Die Grünen
  • Göring-Eckardt wurde 1966 in Friedrichroda geboren
  • Sie studierte evangelischer Theologie in Leipzig, 1988 brach sie das Studium ab
  • Sie hat zwei Söhne
  • Seit Oktober 2013 ist sie zusammen mit Anton Hofreiter Vorsitzende der Bundestagsfraktion ihrer Partei
  • Bei der Bundestagswahl erreichte sie mit Cem Özdemir das zweibeste Ergebnis der Grünen

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Nach etlichen Beschwerden passt die Grünen-Chefin ihren Text über die Straßennahmen in Jena an und kommentiert ihren Beitrag: „Wir haben gemerkt, das war missverständlich formuliert, das tut uns leid. Deshalb an dieser Stelle etwas ausführlicher: In Jena gibt es 1016 Straßen, davon sind 166 nach Männern und 17 nach Frauen benannt. Das sind ca. 1,7% aller Straßen. Und selbst im Verhältnis zu den nach Männern benannten Straßen ist das kein sehr guter Schnitt.“

So wird also ein Schuh draus. Doch nicht nur die kleine Rechnen-Aufgabe stört die Facebook-Nutzer. Das Thema Straßennamen in Jena generell ist ihnen ein Dorn im Auge. Viele regen sich über das Thema grundsätzlich auf.

Hier einige Kommentare:

  • „Bei allem Respekt!!! Haben sie als Politikerin nichts Wichtigeres in ihrer Partei zu tun, als sich um solchen Sachen Gedanken zu machen? ich glaube, dass uns Menschen im Moment andere Sachen durch den Kopf gehen.“
  • „Die Grünen haben echt Probleme. Während Familien während Corona darum kämpfen die monatlichen Ausgaben zu bestreiten, wollen Grüne Geld für Schilder mit Frauennamen ausgeben.
    „Aber wer solche Probleme hat, darf gerade jetzt keine politische Verantwortung bekommen.“
  • Aber sonst haben Sie keine Sorgen, oder? Wen außer Ihnen und Ihres gleichen interessiert sich dafür?“
  • „Sorry....aber ich finde es gibt wichtigere Themen.“

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Doch warum ist die Gender-Verteilung von Straßennamen in Jena der Politikerin so wichtig? Sie antwortet: „Weil wir durch Straßennamen große und kleine Leistungen würdigen, und oft Vergessenes sichtbar machen. Darum ist es ein schöner Gedanke, in Zukunft mehr Straßennamen nach Frauen zu benennen und so eine buntere Geschichte der Stadt zu erzählen.“

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Ob gerade dieses Thema mehr Wähler aus Jena für die Grünen-Chefin einbringt, das wird wohl die nächste Wahl zeigen. (ldi)