Jena: Spätshop-Betreiber greift durch – SIE dürfen seinen Laden nicht mehr betreten

In Jena setzt ein Spätshop einer bestimmten Personengruppe den Riegel vor. Einkaufen verboten! (Symbolbild)
In Jena setzt ein Spätshop einer bestimmten Personengruppe den Riegel vor. Einkaufen verboten! (Symbolbild)
Foto: imago images / epd / Seeliger (Montage: Thüringen24)

Jena. Ein Spätshop-Betreiber aus Jena greift durch und möchte ein Zeichen setzen.

Eigentlich müsste man meinen, dass Geschäfte in Jena jeden Kunden mit Kusshand empfangen. Durch die Corona-Krise machen viele Läden, allen voran die Gastronomie, weniger Umsatz. Doch diesem Spätshop aus Jena ist das egal. Er hat einer bestimmten Personengruppe Hausverbot erteilt.

Der Spätshop Wagnergasse in Jena steht eigentlich für vegane Produkte und lange Öffnungszeiten. Doch jetzt sorgt Inhaber Martin Michel mit einem Schild für ein Diskussionsthema.

Jena: Corona-Leugner verboten

Denn den Laden in Jena dürfen Corona-Leugner nicht mehr betreten. Im Schaufenster hängt ein Zettel mit dieser Botschaft:

„Alle Menschen, die sich in den vergangen 14 Tagen auf einer Versammlung oder Veranstaltung aufgehalten haben, auf welcher überwiegend kein Mund-Nasen-Schutz getragen wurde und an der mindestens 100 Personen teilgenommen haben, sprechen wir ein Hausverbot aus. Es endet nach dem 14. Tag der Veranstaltung.“

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Dann gibt es noch den Zusatz: „Dies betrifft beispielweise alle Teilnehmenden der Querdenken-Demonstration am 7.11.20 in Leipzig.“

Auf Facebook hat der Späti aus Jena das Schild ebenfalls gepostet und ergänzt: Die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Kunden steht an 1. Stelle. Diese wird durch ein solches Superspreading-Event gefährdet.“

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Das ist die Stadt Jena:

  • zweitgrößte Stadt in Thüringen
  • die Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde bereits 1558 gegründet
  • sie ist mit mehr als 16.000 Studierenden die größte Uni Thüringens
  • seit 1236 ist Jena als Stadt urkundlich bekannt
  • weltweit bekannt durch das Zeiss-Mikroskop

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Um es noch einmal zu verdeutlichen, schreibt der Inhaber aus Jena, dass das Betreten des Ladens für diese Personen eine Straftat darstelle. Er fasst zusammen: „Schämt euch! #noquerfront.“

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Jena: Wie will der Inhaber das kontrollieren?

Etliche Facebook-Nutzer feiern diese Aktion des Spätkaufs in Jena. Hier einige Kommentare:

  • „Das klingt sehr vernünftig. Weiter so.“
  • „Das finde ich echt gut & eine klare Ansage.“
  • „Sehr, sehr coole Aktion. Sowas sollte von vielen Einzelhändlern gemacht werden.“
  • „Konnte ich bis gestern den Protest noch einigermaßen mit meinem Demokratieverständnis zusammenbringen – jetzt ist Schluss.“
  • „Sehr gut Entscheidung! Ich feiere euch!“

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Ein Mann aus Jena stellt aber verständlicherweise die Frage: „Aber woher wissen Sie, wer dort zur Demo war? Das steht doch niemandem auf die Stirn geschrieben.“

Darauf antwortet der Inhaber: „Bei Manchen ist es uns bekannt. Allgemein ist es eine symbolische Geste. Die meisten Anhänger weigern sich grundsätzlich Masken zu tragen und wurden auch in der Vergangenheit nicht bedient.“

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Auch bekam der Späti aus Jena bei Facebook Droh-Kommentare. Die wurden aber gnadenlos gelöscht. (ldi)