Jena: Krawall-Demo in der Innenstadt! Vermummte attackieren Polizisten – Stadt: „Haben null Verständnis“

In Jena kam es am Mittwochabend zu Krawallen. Polizisten wurden attackiert. (Symbolbild)
In Jena kam es am Mittwochabend zu Krawallen. Polizisten wurden attackiert. (Symbolbild)
Foto: dpa

Jena. Krawall-Demo in Jena!

Am Mittwochabend kam es gegen 20 Uhr in der Innenstadt zu Randalen. Dabei haben Vermummte sogar Beamte der Polizei Jena angegriffen.

Jena: Teilnehmer schießen Raketen auf Polizei

Laut Polizei wurde in den sozialen Medien zu einem „antifaschistischen Martinsumzug“ gegen die angebliche Gentrifizierung in Jena aufgerufen – also der Umbau und die Sanierung der Stadt für wohlhabendere Menschen.

Etwa 50 Menschen liefen schwarz vermummt durch Jena. Sie sind laut Polizei der linksextremen Szene zuzuordnen. Hinweis darauf sei ein Transparent gewesen, dass die Personen mit sich trugen.

Die Randalierer warfen am Kirchplatz Steine gegen Einsatzkräfte der Polizei Jena und zündeten Raketen an, um die Beamten damit zu treffen. Dabei wurde ein Streifenwagen beschädigt. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Bei der Aktion haben die Vermummten auch die Scheiben einer Bank und eines Restaurants zerstört. Fast 50 Beamte versuchten, die Demo aufzulösen, darunter war auch die Bereitschaftspolizei.

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Das ist die Stadt Jena:

  • zweitgrößte Stadt in Thüringen
  • die Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde bereits 1558 gegründet
  • sie ist mit mehr als 16.000 Studierenden die größte Uni Thüringens
  • seit 1236 ist Jena als Stadt urkundlich bekannt
  • weltweit bekannt durch das Zeiss-Mikroskop

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Die Vermummten zogen dann in Kleingruppen durch die Altstadt und zündeten an mehreren Orten Mülltonnen an, die sie auch auf die Straße schoben. Damit wollten sie die Beamten vermutlich in Schach halten.

Das sagt die Stadt Jena zu den Vorfällen

Die Stadt Jena hat sich bereits zu dem Vorfall geäußert. Sie verurteilt die unfriedliche Versammlung in der Innenstadt.

Benjamin Koppe, Sicherheitsdezernent der Stadt Jena, sagt: „Die Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut. Auch in der Corona-Pandemie dürfen Versammlungen bewusst stattfinden, um dieses Grundrecht auf Meinungsfreiheit nicht einzuschränken. Aber wir haben null Verständnis, wenn dieses hohe Gut durch Gewalteinsatz und Sachbeschädigungen missbraucht wird.“

Man habe als Stadt eine Verantwortung gegenüber den Bürgern. „Jeder soll sich in Jena sicher fühlen und keine Angst um sein Eigentum haben. Jena steht für Toleranz und Weltoffenheit. Solche Bilder von gestern Abend, die wir auch aus anderen Städten bereits kennen, wollen wir in Jena nicht sehen.“

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Jena: Zwei Frauen erhalten Platzverweis

Insgesamt fünf Anzeigen hat die Polizei Jena erstellt. Weitere können noch Folgen. Zwei der weiblichen Randalierer erhielten einen Platzverweis. Sie äußerten sich gegenüber der Polizei nicht.

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Die Kripo hat die Ermittlungen übernommen. Die Polizei Jena hofft nun auf Zeugenhinweise zur Krawall-Nacht. (ldi)