Jena: Hier wurde einst Geschichte geschrieben – jetzt steht das alte Stadion vor dem Aus

Das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena hat Geschichte geschrieben. Lange kann man es nicht mehr bewundern.
Das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena hat Geschichte geschrieben. Lange kann man es nicht mehr bewundern.
Foto: IMAGO / Karina Hessland

Jena. Am Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena ist Geschichte geschrieben worden. Nein, hier wurden viele Geschichten geschrieben... Nun soll der Traditions-Sportplatz in Jena abgerissen werden.

Zelezny erzielt in Jena Weltrekord

Am 25. Mai 1996 erzielte Jan Zelezny einen Jahrtausend-Wurf. Mit Zeleznys Speerwurf begann eine neue Weltrekord-Rechnung, die noch heute gilt. Der Tscheche warf in Jena stolze 98,48 Meter.

Das Stadion, in dem Zelezny seinen vierten Welrrekord feierte, soll nun jedoch abgerissen werden. Der „BILD“ erzählt Zelezny: „Für mich war das ein sehr bedeutender Tag, denn zum ersten Mal war meine ganze Familie im Stadion. Jena hat somit einen besonderen Platz in meinen Erinnerungen.“

Doch den Speerwurf-Weltrekord in Jena hatte der heute 54-Jährige keinesfalls geplant. „Das war Zufall. Es waren einfach der richtige Tag, die richtige Form und das richtige Wetter. Zudem warf Raymond Hecht früh im Wettbewerb über 90 Meter, das war meine Motivation, das auch zu schaffen“, erinnert sich Zelezny im Interview mit der „BILD“.

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Jetzt soll das 1924 gebaute Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena einer modernen Arena weichen. Das Paradies erhält ein neues Stadion – ein modernes, alle Plätze überdachendes Fußballstadion.

Vielen Traditionalisten blutet das Herz – vor allem manchen treuen Fans des FC Carl-Zeiss Jena. Denn der Viertligist ist im Ernst-Abbe-Sportfeld zu Hause. Aber auch er muss mit der Zeit gehen.

Speerwurf-Legende Zelezny kann damit leben, dass sein Weltrekord-Stadion nun abgerissen wird. „Dinge ändern sich nun mal. Auch in Ostrau haben wir das alte Stadion, in dem ich gerne warf, abgerissen und ein neues gebaut. Die Erinnerungen im Kopf kann einem sowieso niemand nehmen, auch ein Abriss nicht“, sagte er der „BILD“.

Vergessen wird das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena sowieso nie. (mbe)