Jena: Frust pur! Diese Wand sieht jetzt ganz anders aus – „Einfach vernichtet“

Thüringen: So schön ist das Bundesland

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Jena. Wenn es eine Sache gibt, die eine Stadt zumindest optisch aufwertet, dann sind es wohl Kunstwerke. So freut man sich auch in Jena an so manchen Ecken über bemerkenswerte Wandmalereien, in die Künstlerinnen und Künstler viel Liebe zum Detail gesteckt haben.

Umso größer ist der Frust bei den Menschen aus Jena über ein altes Wandgemälde, das nun einfach überpinselt werden soll.

Jena: Einwohner frustriert über Vernichtung von altem Gemälde

Im Jahr 2005 entstand auf der Stauffenbergstraße im Stadtteil Lobeda das riesige Wandgemälde von Künstler Wolfgang Scheer. Ganze 16 Jahre lang verschönerte sein Werk die Unterführung zum Kaufland mit hellgrünen Wiesen und kunterbunten Blumen.

Nun soll das Kunstwerk einfach überpinselt werden. Grund dafür ist eine Wärmedämmung der Fassade, welche die Wohnungsgesellschaft „jenawohnen“ in Auftrag gegeben hat. Die Menschen aus Jena sind entsetzt und traurig.

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Das ist Jena:

  • seit 1236 ist Jena als Stadt urkundlich bekannt
  • zweitgrößte Stadt in Thüringen
  • weltweit bekannt durch das Zeiss-Mikroskop
  • die Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde bereits 1558 gegründet
  • sie ist mit mehr als 16.000 Studierenden die größte Uni Thüringens

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„Jedes Mal, wenn man dort vorbei ging, hat man drauf geschaut und sich erfreut. Traurig“, schreibt ein Mann in die Facebook-Gruppe „Wir in Jena“. Dazu postet er ein Foto, auf dem man sieht, wie das Wandgemälde von Wolfgang Scheer bereits mit Baugerüsten zugestellt wurde.

„Das ist uns auch schon aufgefallen und wir haben gleich ziemlich schlechte Laune bekommen“, antwortet daraufhin eine weitere Facebook-Nutzerin. „Das Bild war so wunderbar und mit viel Liebe zum Detail angefertigt. Alle haben es akzeptiert. Und jetzt... einfach vernichtet.“

Jena: Große Enttäuschung für Künstler Wolfgang Scheer

Auch der heute 73-jährige Maler Wolfgang Scheer ist von den Vernichtungsplänen seines Kunstwerkes ganz schön überrascht worden.

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Gegenüber „Jenaer-Nachrichten“ machte Scheer seiner Enttäuschung über diese Entscheidung Luft. Ganze zwei Jahre habe er mit viel Liebe zum Detail an dem Wandgemälde gearbeitet, ist dabei mit vielen Bewohnern ins Gespräch gekommen und habe sogar Kinder für die Malerei begeistern können. (mkx)