Jena: Trotz 2G-Regel – Lange Schlange vor Club erhitzt die Gemüter: „Superspreader-Event“

Vor dem Rosenkeller in Jena hat sich eine Mega-Schlange gebildet.
Vor dem Rosenkeller in Jena hat sich eine Mega-Schlange gebildet.
Foto: Rosenkeller e.V.

Jena. Wieder auf die Rolle gehen in Jena? Wer darauf Lust hat, kommt um 2G fast nicht mehr herum. Was in sozialen Medien mitunter auf’s Heftigste diskutiert wird, scheint die Partygänger dagegen kaum zu kümmern. Erst vergangenen Mittwoch gab’s bei der „Schönen Freiheit“ im Kassablanca lange Schlangen.

Da war fast klar, dass der Rosenkeller in Jena bei seiner Wiedereröffnung am Samstag schnell an seine Kapazitätsgrenzen kommen wird.

Jena: Um kurz vor zwölf kam keiner mehr rein

Es kam, wie es kommen musste. Um kurz vor zwölf war Schluss im Rosenkeller. Noch in derselben Nacht teilte die Location den Einlassstopp in den sozialen Medien. Dazu ein Bild einer Mega-Schlange, in der Menschen die halbe Johannisstraße entlang stehen.

2G scheint die Partygänger also nicht abzuschrecken – im Gegenteil. „Man hat gemerkt, dass die Leute wieder Bock haben“, sagte ein Verantwortlicher im Club, Andreas Tran gegenüber Thüringen24.de. Mit dem Hygienekonzept hatten dabei die wenigsten ein Problem.

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Das ist der Rosenkeller in Jena

  • beliebter Studentenklub in der Schillerstadt
  • wurde 1966 eröffnet
  • ehemaliges Weinbaugehöft
  • heute befinden sich im Gewölbekeller zwi Tanzflächen mit Bars
  • bietet Live- und Disco-Musik

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„Es gab ein paar Fragen, weshalb wir Kontaktnachverfolgung nur mit der Luca-App machen“, so Tran, „Leute, die Stress geschoben haben, gab es allerdings keine.“

Hygienekonzept bereitet keine Probleme – aber nicht allen gefällt's

Dass die Einlasskontrollen unter diesen Voraussetzungen etwas länger dauern, ist klar. Trotzdem wären die Leute in der Hinsicht verständnisvoll gewesen, sagt Tran. Auf der Facebookseite des Rosenkellers sah das mitunter anders aus. Da finden sich durchaus Kommentare von Leuten, die sich mit dem 2G-Konzept nicht so richtig anfreunden wollen und sich vielleicht sogar ausgeschlossen fühlten.

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Vereinzelt liest man von „Intoleranz“, andere befürchten sogar, dass so eine Veranstaltung zu einem Superspreader-Event werden könnte. Immerhin kann man sich ja auch als Geimpfter mit Corona infizieren, oder?

Rosenkeller in Jena: Im November sind auch Konzerte geplant

Der Rosenkeller hält sein Konzept aber für relativ sicher. Ein anderes ließe sich auch in den engen Räumlichkeiten des Clubs wohl kaum realisieren. Erst recht nicht auf lange Sicht: Mit dem so genannten 2G-Plus Modell haben die Clubs immerhin eine gewisse Planungssicherheit. „Die Versprechung vom Land ist, dass das 2G Modell unabhängig von den Warnstufen ist“, so Tran. Man hoffe nur, dass die Landesregierung dieses Versprechen auch hält.

Also wird erstmal weiter nach dem Motto „Geimpft und Genesen“ gefahren. „Wir machen jetzt regelmäßig wieder den Samstag“, sagt Tran. Auch ein paar Konzerte seien im November geplant.

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