Jena: Beliebter Laden macht endgültig dicht – „Verliert ein Stück liebenswerte Individualität“

Thüringen: So schön ist das Bundesland

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Jena. Schlechte Nachrichten für die Menschen in Jena: Ein Kult-Laden schließt seine Tore. Und das nach starken 29 Jahren.

„Blumen Böhme“ stand in großen grünen Lettern an der Tür. Der Laden war einer der bekanntesten seiner Art und Bestandteil des Stadtbilds in Jena. Bitter für Blumenfreunde und Menschen, die den Geruch und den Anblick der schönen Blumen an der Stadtkirche vermissen werden. Es zeigt sich bereits anhand von Reaktionen: Der Kult-Laden wird eine schmerzliche Lücke aufreißen.

Jena: Dieser Laden macht endgültig dicht

Gudrun Böhme (73) hat ihren kleinen Blumenladen bereits seit 29 Jahren. Er liegt direkt an der Stadtkirche Sankt Michael in der Saalstraße 1, wird dort aber nur noch bis Mitte Juni sein, wie die „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ) berichtet. Jeden Wochentag von 7.15 Uhr bis 18 Uhr waren die Türen in Jena für Blumenfreunde geöffnet. Der Abschied fällt nach all der Zeit sicher nicht leicht. Böhme sagt darüber: „Es werden sicher auch Tränen fließen.“

Schon als sie 65 wurde habe sie den Laden schließen wollen, sei aber bei den vielen Aufträgen und Anliegen nie dazu gekommen. „Irgendwann macht sich das Alter bemerkbar“, gibt sie nun zum Ende zu Wort. Der Termin sei auch schon wieder verlegt worden – eigentlich sollte schon Ende Mai Schluss sein. Ein letztes Mal die Stadtkirche an Pfingsten zu schmücken wollte sich Böhme dann aber doch nicht nehmen lassen.

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Das ist die Stadt Jena:

  • zweitgrößte Stadt in Thüringen mit 111.343 Einwohnern
  • liegt an der Saale zwischen Muschelkalk und der Ilm-Saale-Platte
  • Sitz der Friedrich-Schiller-Universität, die 1558 gegründet wurde und die größte Uni in Thüringen ist
  • entwickelte sich ab 1874 zur Industriestadt
  • Sehenswürdigkeiten unter anderen: Saale, Zeiss-Planetarium, Leuchtenburg
  • Oberbürgermeister ist Thomas Nitzsche (FDP)

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Trauriger Abschied nach 29 Jahren in Jena

Schon vor vielen Jahren begann die Leidenschaft für Blumen und Pflanzen, wie Gudrun Böhme der „OTZ“ erzählt. „1965 muss das gewesen sein“, erinnert sich die Dame an ihre Lernzeit in der Stadtgärtnerei, noch zu DDR-Zeiten. Nach 13 Jahren mit einem weiteren Blumenladen am Nordfriedhof konzentrierte sie sich allerdings die letzten Jahre nur noch auf den Laden neben der Stadtkirche.

Ihr Steckenpferd: Gestecke und Kränze für Trauerfeiern, Hochzeitsdekoration und Brautsträuße. Auch zu großen Ereignissen wie zum Gedenken an die deportierten Juden, Sinti und Roma am 9. November, trugen ihre Blumen bei.

Jena: Der Kult-Laden wird fehlen

Für Böhme ist jetzt aber definitiv Schluss. Was aber klar ist: Menschen in Jena werden den Blumen-Laden vermissen. Schon jetzt sammeln sich traurige Stimmen unter einem Beitrag auf Facebook.

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„Jena verliert ein Stück liebenswerte Individualität“, schreibt der Mann zu dem Beitrag. Er erinnert sich an eine schöne Zeit und hofft, wie viele weitere Jenaer in den Kommentaren, auf einen schönen Ablöser der Geschäftstelle. „Mein Lieblingsblumenladen“, schwärmt eine Dame in den Kommentaren. „Ich war immer gerne dort“, heißt es an anderer Stelle in den Kommentaren.

Was mit dem Laden passieren soll und an wen Gudrun Böhme noch ihre Blumen verkauft hat, erfährst du bei der „Ostthüringer Zeitung“. (lfs)

Mehr aus der Saalestadt: Fritz-Mitte hat jetzt eine neue Location. Die Sache hat am Anfang aber noch einen kleinen Haken. (Mehr dazu hier)