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Jena: Sternenkind-Mama spricht über ihren Abschied – „Schlimmster Moment in meinem Leben“

Carl aus Jena war schon im Himmel, als er auf die Welt kam. Seine Mama spricht jetzt über einen emotionalen Abschied.

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Tod und Trauer: Hier kannst du dir helfen lassen

Für sie gibt es verschiedene Bezeichnungen: Sternenkind, Schmetterlingskind, Engelskind. Für ihre Eltern tragen sie aber alle einen eigenen Namen. Genau wie Carl, der Sohn von Anja B. aus Jena, der jetzt zwei Jahre alt geworden wäre.

Gegenüber der „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ) offenbart die Sternenkind-Mutter die Momente ihres emotionalen Abschieds.

Jena: Sternenkind-Mama spricht über ihren Abschied

Nach wie vor sind Sternenkinder so etwas wie ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Dabei hilft es kaum, dass die sie erst im Mai 2013 überhaupt vor dem Gesetz so etwas wie eine Daseinsberechtigung bekamen. Davor wurde die Geburt des Kindes unter Umständen überhaupt nicht beim Standesamt registriert – nämlich dann, wenn die Kinder weniger als 500 Gramm wogen, als sie tot auf die Welt kamen.

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Mit der neuen Regelung können Sternenkinder eine ordentliche Geburtsurkunde bekommen – mit Vor- und Familiennamen, Geburtstag, Geburtsort und so weiter. Vielen Eltern ist das ungemein wichtig und kann ihnen bei der Bewältigung ihrer Trauer helfen.

Jena: Carl hätte niemand retten können

Am Schmerz ändert auch das freilich wenig. Er wird wohl auch Anja B. ihr Leben lang begleiten. Es war ein Samstag, als sie plötzlich keine Bewegung mehr bei ihrem Kind gespürt hatte, erzählt sie der OTZ. Als ihr dann die Hebamme bestätigte, dass kein Herzschlag mehr da sei, war das „der schlimmste Moment in meinem Leben“, so die Sternenkind-Mama.

Niemand hatte Schuld. Carls Nabelschnur war zu lang, „sie war um seinen Bauch gewickelt. Er hat sich sozusagen selbst die Versorgung gekappt“, erklärt seine Mutter. Sein Leben hätte wohl niemand retten können. Die Lücke, die der kleine Mensch im Leben seiner Familie hinterlässt, ist trotzdem riesig.


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Carl kam auf natürlichem Weg auf die Welt. Auch wenn er schon längst im Himmel war, als es passierte. Das war die beste Option bei einem Paar, die weitere Kinder bekommen wollte. Wie die Geschichte von Carls Familie weiterging, kannst du bei der „Ostthüringer Zeitung“ nachlesen (hier geht’s weiter).