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EU-Verbot treibt TV-Promi auf die Palme – „Bringt nichts“

Um die Umwelt zu schützen, sagt die EU Mikroplastik den Kampf an. Loses Glitzer wird unter anderem verboten. Sam Dylan ist alles andere als begeistert.

© imago images/Future Image

Videografik: So gefährlich ist Mikroplastik

Mikroplastik ist fast überall auf der Erde zu finden. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind noch weitgehend unklar. Auf einer UN-Konferenz in Paris diskutieren Vertreter zahlreicher Länder, wie sie das weltweite Problem des Kunststoffmülls in den Griff bekommen können.

Plastikstrohhalme, Einwegbecher und -teller sind passé (mehr dazu hier). Auch müssen spätestens ab Juli 2024 Deckel an Getränkekartons und PET-Einwegflaschen fest mit dem Behältnis verbunden sein. Die EU möchte verhindern, dass die Umwelt weiter verschmutzt wird.

Dafür sagt sie auch Mikroplastik den Kampf an. Konkret bedeutet das, dass die EU-Kommission „Maßnahmen verabschiedet hat, mit denen sie die Verwendung von Mikroplastik, das Produkten im Rahmen der REACH-Verordnung bewusst zugesetzt wird, einschränkt“. Was zunächst ziemlich abstrakt klingt, betrifft viele Produkte aus dem Alltag. Vor allem in den Sozialen Netzwerken ist der Aufschrei groß, viel Wirbel entsteht vor allem um das „Glitzer-Verbot“.

Diese Produkte sind bald verboten

Sobald Mikroplastik in die Umwelt gelangt, ist es unverwüstlich und kann nicht abgebaut oder entfernt werden. Es reichert sich in verschiedenen Organismen an, darunter Fische und Schalentiere, und gelangt so durch Nahrungsmittel oder Trinkwasser in den menschlichen Körper.

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Die kontinuierliche Freisetzung von Mikroplastik trägt zur anhaltenden Verschmutzung der Ökosysteme und Nahrungsmittelketten bei. Die neuen EU-Regelungen verbieten deshalb den Verkauf von reinem Mikroplastik und von Produkten, die absichtlich Mikroplastik enthalten und dieses während der Anwendung abgeben. Dazu zählen beispielsweise Granulat-Material für künstliche Sportflächen, Kosmetikprodukte mit Mikroperlen, Spielzeug, Pflanzenschutzmittel oder eben auch Glitter.

„Glitzer-Verbot ist nutzlos“

Und vor allem das Verbot von losem Glitzer erhitzt die Gemüter. Der deutsche Reality-TV-Darsteller Sam Dylan beschwerte sich auf Instagram über die neuen Vorschriften. Dort schreibt er: „Die Welt kann man nur gemeinsam retten, nicht klein Europa alleine. Deswegen finde ich das Glitzer-Verbot aktuell sehr befremdlich und nutzlos.“

Im Gespräch mit dieser Redaktion dachte der 32-Jährige an einen Witz, als er zum ersten Mal von den Vorschriften erfuhr. „Der EU fällt immer wieder was Neues ein, Dinge zu verbieten. Die EU ist schon ein bisschen zu einem Verbots-Kontinent geworden“, betont der TV-Star. Dylan ist zwar für Kilmaschutz und weniger Plastik, aber: „Es bringt nichts, wenn nur Klein-Europa was macht und der Rest der Welt macht so weiter wie vorher.“

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Allerdings werden in der EU 42.000 Tonnen Mikroplastik, das Produkten bewusst zugesetzt wurde, freigesetzt – und das jedes Jahr. Die Kommission will die Verschmutzung von Ozeanen und Umwelt mit Mikroplastik bis 2030 um 30 Prozent reduzieren. „Es ist immer gut, wenn man Dinge angeht“, erklärt Dylan und betont weiter: „Es ist gut, das Plastikbesteck oder Strohhalme verboten sind. Aber ich würde mir eine Basis auf der Welt wünschen, auf der alle zusammen arbeiten“.

TV-Star deckt sich mit Glitzer ein

Als Reaktion auf die neuen EU-Vorschriften hat der ehemalige Teilnehmer bei „Prince Charming“ sich bereits mit Glitzer eingedeckt und „Läden leergekauft“. Denn bereits ab dem 15. Oktober 2023 ist es nicht mehr möglich, loses Glitzer zu kaufen.

Dylans Glitzer-Vorrat reicht wohl für zwei bis drei Jahre. Doch auch danach muss der Reality-TV-Star nicht auf Glitzer verzichten. Denn das beliebte Funkeln verschwindet nicht komplett aus der Welt, es gibt Alternativen wie Bio-Glitzer ohne zugesetztes Mikroplastik. Doch auch dazu hat der ehemalige „Promiboxen“-Teilnehmer eine klare Haltung: „Es macht schon einen Unterschied, ob ich vier Dosen für ein bis zwei Euro gekauft habe oder dann demnächst für eine Dose 13 Euro ausgeben muss – das geht natürlich ins Geld“. Doch Dylan hat selbst noch keine Erfahrungen mit Bio-Glitzer. Denn: „Warum schon jetzt den teuren Glitzer kaufen, wenn ich noch den Günstigen habe?“

Es brauche mehr als Verbote

Und für den TV-Star ist es wichtig, gerade in Zeiten multipler Krisen, ein wenig Glitzer in die Welt zu tragen. In Zukunft müsse da dann der Bio-Glitzer herhalten, so der 32-Jährige. Doch grundsätzlich hält Dylan nicht viel von Verboten, das seien die einfachsten Mittel. Vielmehr solle man mit Bildern, welche die Folgen der Klimkrise zeigen, Aufmerksamkeit schaffen.


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Dylan habe das Gefühl, dass die Menschen in Deutschland und Europa für Umweltthemen stark sensibilisiert seien. „Aber es bringt nichts, wenn einer anfängt und keiner mit aufspringt“, mahnt der „Kampf der Realitystars“-Teilnehmer von 2020. Für die Zukunft kann der 32-Jährige sich auch vorstellen, sich mit einer eigenen Partei am politischen Geschehen zu beteiligen. Doch bis es so weit ist, ist er fest im Reality-TV verankert. Denn Trash-Liebhaber dürfen sich bald auf neue Shows mit ihm freuen.