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Nazi-Skandal auf Sylt kein Einzelfall: Nächstes Rassismus-Video! Staatsschutz nimmt Ermittlungen auf

Nachdem ein Nazi-Video von Sylt hohe Wellen geschlagen hat, kommen nun weitere Vorfälle ans Licht. Auch in Niedersachsen.

© IMAGO/IPON

Kurz erklärt: Wie der Verfassungsschutz die AfD-Landesverbände einstuft

Vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster wird verhandelt, ob das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die AfD als Gesamtpartei weiterhin als rechtsextremistischen Verdachtsfall führen darf. Für zahlreiche Landesverbände gilt das bereits. Zudem gelten drei AfD-Landesverbände als gesichert rechtsextrem.

Das Video einer Party auf Sylt schlägt aktuell große Wellen. Die Aufnahme von Pfingstmontag (20. Mai) zeigt eine Gruppe junger Menschen, die rassistische Parolen skandieren.

+++ Hier mehr dazu: Rassismus-Skandal auf Sylt schlägt hohe Wellen: „Schande für Deutschland“ +++

Doch nicht nur auf der Nordsee-Insel Sylt kam es in den vergangenen Tagen und Wochen zu derartigen Vorfällen. So haben Rechte einen bekannten 90er-Hit mit ausländerfeindlichen Parolen umgetextet und bereits bei mehreren Anlässen öffentlich skandiert. Videos davon kursieren teils im Internet. So sorgt nun eine weitere Aufnahme für Aufsehen.

Nazi-Skandal auf Sylt erschüttert

„Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“ – bekannte Sprüche aus dem rechtsradikalen beziehungsweise rechtsextremistischen Raum – gesungen zu einem der größten Hits der 90er. Diese Verunglimpfung macht bereits seit geraumer Zeit die Runde in Deutschland (selbst in NRW). Jetzt ist auch noch ein Video von Sylt aufgetaucht, das Partygästen beim „Singen“ dieser Parolen zeigt.


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Warum ausgerechnet das Lied „L’amour toujours“ von DJ Gigi D’Agostino (1999) mit diesem ausländerfeindlichen Text versehen wurde, dürfte wohl an der eingängigen und simplen Melodie im Refrain liegen. Textlich und von der Gesinnung des Musikers her dürfte dieser jedoch kaum damit einverstanden sein, was Rechte aus seinem Lied gebastelt haben.

So ist jedoch der Vorfall auf Sylt längst nicht der einzige dieser Art. Auch in Niedersachsen gab es kürzlich ein Video von einem Schützenfest in Löhningen, das ähnliche Szenen zeigte.

Weiterer Nazi-Skandal in Niedersachsen

Auch am Pfingstmontag wurde hier die ausländerfeindliche Version des Liedes gesungen – und mehr noch. Jetzt wurden sogar der Staatsschutz und die Polizei eingeschaltet. Zeugen hatten die Videos vorgelegt und Anzeige erstattet.


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Nun hat sich auch der Schützenverein in einem Statement auf Instagram deutlich von dem Vorfall distanziert:

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Instagram, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden.

Auch schon im vergangenen Jahr bei einer Weihnachtsfeier im emsländischen Messingen wurde das abgewandelte Lied gesungen. Die Polizei ermittelte wegen Volksverhetzung. Und das sind nur wenige der bereits bekannt gewordenen Fälle. Wer weiß wie viele unentdeckt bleiben. (mit dpa)