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Kreuzfahrt-Branche unter Schock: AfD sorgt für handfesten Skandal – jetzt drohen drastische Konsequenzen

Die AfD sorgt mit einer schockierenden Kreuzfahrt-Aktion für Wirbel. Reedereien wollen nun dagegen vorgehen.

Kreuzfahrt AfD
© IMAGO/Bihlmayerfotografie/ Montage DER WESTEN

Kreuzfahrten: Diese Ziele sind besonders beliebt

Der weite Ozean vor einem, hinter einem ein traumhafter Strand und über einem die strahlende Sonne. All das erwartet Urlauber auf einem prunkvollen Kreuzfahrt-Schiff, das auf mehreren Decks Platz für Hunderte Passagiere hat. Diese Traumkulisse hat eine AfD-Fraktion nur für eine ekelhafte Aktion schamlos ausgenutzt.

Die brandenburgische Stadtratsfraktion Senftenberg der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat Fotoaufnahmen von Kreuzfahrt-Schiffen für einen „Abschiebekalender“ missbraucht. Dutzende Reedereien finden dort Dampfer ihrer Flotte und gehen nun auf die Barrikaden.

Kreuzfahrt-Schiffe für „widerliche“ AfD-Aktion missbraucht

Wie in einem normalen Kalender ziert pro Monat ein anderes Kreuzfahrt-Schiff das Cover. Doch der Titel verrät schon, dass es sich hier nicht um einen klassischen Kalender handelt – „Die schönsten Abschiebedampfer“ heißt es. Für Aufregung und Entsetzen sorgen zudem die dazugehörigen fremdenfeindlichen Parolen zu „Remigration“ und Abschiebung auf den Seiten, wie „rbb24“ als erstes berichtete.

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Auf zwei Seiten heißt es: „Recht auf Heimat. Wir bringen auch zurück“ und „Heimaturlaub ja, aber ohne Rückfahrschein“. Im Monat April ist beispielsweise ein Foto der MSC World Europa von MSC Cruises zu sehen. Überschrift: “Sichere Fluchtrouten Richtung Heimatland”. Auf den Bildern sind internationale Schiffe zum Teil klar anhand ihres Logos zu erkennen. Doch die sechs betroffenen Reedereien, zu denen unter anderem die Carnival Cruise Line und MSC Cruises gehören, distanzieren sich eindeutig von der Aktion.

Der Deutschland-Chef des Internationalen Verbands der Kreuzfahrtbranche (CLIA) , Georg Ehrmann betont im Namen aller Reedereien: „Die Kreuzschifffahrt steht für Werte wie Weltoffenheit und Toleranz. Wir haben sehr viele Nationen auf unseren Schiffen.“ Ehrmann bezeichnete die Machart als „widerlich“. Auf vielen Dampfern sorgen Service-Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern für das Wohlergehen der Passagiere, zudem auch die Gäste oftmals verschiedenste nationale Hintergründe haben.

Reedereien wollen Klage einreichen

Da jede Reederei auf Nachfrage von „rbb24″ betonte, das sie nicht ihr Einverständnis und die Freigabe für die Bildrechte gegeben hätten, sollen nun juristische Schritte folgen. „Jedes Unternehmen geht einzeln gegen die AfD vor, um ein deutliches Zeichen zu setzen, dass sie mit diesem rassistischen und ekelhaften Vorgehen nicht durchkommen“, sagte Ehrmann. „Auch die Prüfung auf Schadenersatz findet statt.“


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Auf der Facebookseite der AfD Oberspreewald-Lausitz wurde für den „Abschiebekalender“ (Stückpreis 10 Euro) bis Dienstag (4. Juni) noch geworben. Inzwischen wurde der Beitrag gelöscht. Weder das Fraktionsmitglied der AfD in Senftenberg, Silvio Wolf, noch die brandenburgische Landes-AfD äußerten sich bislang konkret zu dem Vorfall.