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Schüler auf Krieg mit Putin vorbereiten? Lehrer-Gewerkschaft strikt dagegen: „Nicht unsere Aufgabe!“

Muss die Gefahr durch Putin und andere Bedrohungen verstärkt Thema in der Schule werden? Die Lehrer-Gewerkschaft übt Kritik.

Krieg und die Bedrohung durch Putin ein Thema für die Schule?
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Weiter Wirbel um die Forderung von FDP-Bildungsinisterin Bettina Stark-Watzinger, die Kinder und Jugendlichen an den Schulen besser auf Krieg und Krisen vorzubereiten und ihre „Widerstandsfähigkeit“ zu stärken – etwa gegen eine Gefahr wie sie nun von Putin ausgeht. Ferner forderte die Liberale „ein unverkrampftes Verhältnis zur Bundeswehr“ an Schulen.

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Das Echo ist zweigeteilt: Während die Lehrer-Gewerkschaft GEW das kritisch sieht, gibt es Zustimmung vom Deutschen Lehrerverband.

Bedrohung durch Putin und andere soll Thema an Schulen werden: „Übers Ziel hinausgeschossen“

Auf Anfrage unserer Redaktion nimmt Anja Bensinger-Stolze, Vorstandsmitglied Schule der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, klar Stellung.

Stark-Watzinger habe mit ihrem Vorschlag, Schulen für Zivilschutzübungen und Bundeswehrpersonal zu öffnen, „nicht nur weit übers Ziel hinaus-, sondern hat an diesem auch vorbei geschossen“, kritisiert die Gewerkschafterin. Schulen hätten den Auftrag, „Kinder und Jugendliche zu guten Demokratinnen und Demokraten zu erziehen“ und ihre Potenziale zu fördern. Die „Wehr- und Kriegsertüchtigung“ gehöre aber nicht zu diesem Aufgabenspektrum.

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Schule sei „kein Ort der Nachwuchsrekrutierung für die Bundeswehr“, macht Bensinger-Stolze klar. Die GEW-Vertreterin hat gleich eine Empfehlung für die Ampel-Ministerin: „Statt sich der Themen des Verteidigungsministers Boris Pistorius anzunehmen, sollte die Bundesbildungsministerin vor der eigenen Tür kehren!“ Damit meint sie unter anderem den Ausbau des Startchancen-Programms für Kinder aus finanzschwachen Familien oder die Umsetzung des Digitalpaktes 2.0.

Vorbereitung auf Krieg: „Zu lange Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung“

Anders als die Gewerkschaft GEW kann der Lehrerverband dem Vorstoß von Strack-Zimmermann viel abgewinnen.  „Viel zu lange herrschte eine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung. Der Ukraine-Krieg von Putin schaffe ein neues Bewusstsein für militärische Bedrohung, das auch an Schulen vermittelt werden muss“, erklärte Verbandspräsident Stefan Düll der „Bild am Sonntag“.


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Düll hält es auch für sinnvoll, wenn Bundeswehr-Jugendoffiziere in die Schulen kommen. Diese seien „vertrauenwürdige Absender“, um vor den Kindern und Jugendlichen die „Kriegsbedrohung einzuordnen“.