Wie es nach dem Ausstieg von Sponsor Oettinger bei den Rockets weitergeht

Nach fast 20 Jahren steigt der Hauptsponsor beim Basketball-Bundesligisten Oettinger Rockets aus. Dennoch geht es zumindest bis zum Saisonende weiter. Aber ein neuer Geldgeber wird dringend gesucht. (Archivfoto)
Nach fast 20 Jahren steigt der Hauptsponsor beim Basketball-Bundesligisten Oettinger Rockets aus. Dennoch geht es zumindest bis zum Saisonende weiter. Aber ein neuer Geldgeber wird dringend gesucht. (Archivfoto)
Foto: Imago/Wolter

Nach fast 20 Jahren steigt der Hauptsponsor beim Basketball-Bundesligisten Oettinger Rockets aus. Der Anteil am Etat lag bei 40 Prozent. Dennoch geht es zumindest bis zum Saisonende weiter. Aber ein neuer Geldgeber wird dringend gesucht.

Trotz des Ausstieges des Hauptsponsors zum 31. Dezember ist der Spielbetrieb von Basketball-Bundesligist Oettinger Rockets aus Erfurt bis zum Saisonende gesichert. „Vor uns liegt kein einfacher Weg, doch wir sehen ihn als Herausforderung, die wir erfolgreich bestehen wollen“, sagte Vereinspräsidentin Astrid Kollmar, Witwe des Rockets-Mäzen Dirk Kollmar, am Mittwoch.

Unterschiedliche Ansichten bei Oettinger

Die Brauerei Oettinger engagierte sich seit fast 20 Jahren bei den Basketballern. Doch nach dem Tod des Mäzens Kollmar gab es verschiedene Auffassungen in der Führung des Familienunternehmens zum Sponsoring. Der Teil der Familie, der über die Mehrheit der Gesellschafteranteile verfügt, verlängerte den zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht mehr. Die Witwe des Mäzens, deren beiden Söhne Basketball spielen, hätte gerne weitergemacht.

Witwe von Basketballer-Mäzen hilft mit Spende

Sie wird nun mit einer Privateinlage im hohen sechsstelligen Bereich dafür sorgen, dass der Spielbetrieb mindestens bis zum Saisonende gewährleistet ist. „Etwas Einmaliges ist zu Ende gegangen. Aber wir haben und werden sehr große Anstrengungen unternehmen, um ein neues Konzept aufzustellen. So ein Ausstieg kann auch eine Chance sein“, sagte der sportliche Leiter Wolfgang Heyder.

Kleinere Sponsoren gewonnen

Durch den Umzug von Gotha nach Erfurt und den Erstliga-Aufstieg konnten bereits viele kleinere Sponsoren gewonnen werden. Dennoch lag der Anteil des Hauptsponsors am rund drei Millionen Euro hohen Budget bei 40 Prozent.

Liga gibt grünes Licht

Mit der Basketball Bundesliga (BBL) wurden Gespräche geführt. Eine außerordentliche Prüfung durch den Gutachter- und Lizenzligaausschuss der BBL ergab nach Angaben des Gremiums, dass trotz des Sponsorenausstiegs die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bis zum Saisonende unter Einhaltung des neuen Finanzplans und der Einmalzahlung von Astrid Kollmar gewährleistet sei.

Neuer Geldgeber dringend gesucht

„Mit Blick auf die besonderen Umstände werden wir den Club auch weiterhin eng begleiten“, sagte der Vorsitzende des Lizenzligaausschusses, Thomas Braumann. So können die Rockets eventuelle Neuverpflichtungen erst nach Rücksprache mit dem Ausschuss tätigen. Ob es nach dem Saisonende weitergeht, hängt maßgeblich von neuen, potenten Geldgebern ab. Heyder glaubt, dass es in Erfurt und der Region noch Ressourcen für die Rockets gibt.

Mannschaft muss Namen ändern

Die Erfurter müssen nun zum 1. Januar ihren Namen ändern. Sollte kein bedeutenden Namenssponsor gefunden werden, wird es wohl auf einen neutralen Vereinsnamen hinauslaufen. Ein Vereinsname kann nur einmal im Jahr geändert werden.