Jena nicht mehr "das München des Ostens"

Blick über Jena mit dem Jentower.
Blick über Jena mit dem Jentower.
Foto: Peter Endig/dpa

Die Zeit, in der Jena wegen dem Mangel an Wohnraum, als "München des Ostens" galt, ist vorbei. Dies sagt zumindest eine Studie des Moses Mendelssohn Institut (MMI) in Kooperation mit dem Immobilienportal WG-Gesucht.de. Demnach ist die Saalestadt von 91 untersuchten Städten von Platz 55 auf Platz 62 in der Auflistung aller Städte und Kreise mit mehr als 5000 Studenten gerutscht. Je weiter hinten die Stadt im Ranking erscheint, desto billiger und weniger umkämpft ist der Wohnungsmarkt in der Stadt. Den ersten Platz belegt München, wo es für junge Menschen besonders schwer ist Wohnraum zu finden, dicht gefolgt von Frankfurt am Main, Köln, Hamburg und Stuttgart.

In Jena kostet ein Zimmer für Studenten in diesem Jahr durchschnittlich 270 Euro, während es im vergangenen Jahr noch 255 Euro waren. Die Lage entspannte sich aber, da die Anzahl der jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren von 24.020 auf 23.312 Bürger zurückgegangen ist. Damit ist auch der Anteil junger Menschen in Jena von 22,3 Prozent auf 21,5 Prozent gesunken. Hinzu kommt, dass es weniger Zuzüge gibt. Von den Städten im Osten liegen Potsdam (Platz 45) und Dresden (60) noch vor Jena im Ranking.

Wohnungsmarkt in Erfurt entspannt sich weiter

Insgesamt habe sich der Anspannungs-Index erhöht. Nur an sieben Hochschul-Standorten entspannte sich die Lage binnen Jahresfrist etwas. Die meisten Studierenden, die sich zum Start des neuen Semesters auf Wohnungssuche begeben, würden bei der Suche nach der passenden Unterkunft deutlich mehr Probleme bekommen als im Vorjahr. Denn im Vergleich zum Herbst 2015 habe sich die Wohnsituation für Studierende in 52 von 91 Hochschulstandorten verschlechtert.

Ähnlich wie in Jena ist in Erfurt ein leichter Rückgang an jungen Menschen, wo allerdings die Lage auf dem Wohnungsmarkt nie so angespannt war wie in der Saalestadt, zu spüren. Der Anteil junger Menschen ist von 16,3 Prozent (33.383 Bürger zwischen 18 und 29 Jahren) auf 15,8 Prozent (32.630) gesunken.

Anspannungs-Index steigt deutschlandweit

Weimar ist in diesem Jahr aus dem Ranking gerutscht, da es laut dem Institut nicht mehr auf die 5000 Studenten komme. Keine Gefahr für Wohnraummangel sieht die Studie hingegen für Ilmenau, wo es zwar eine gleich bleibende Anzahl an jungen Menschen gebe, allerdings keinen Mangel an Zimmern für Studierende und Auszubildende.

"Mit diesem vierten Scoring in Folge konnte auch die Langfristigkeit des Trends belegt werden“, sagt Stefan Brauckmann, Direktor des Moses Mendelssohn Instituts: "Seit 2013 stieg der Anspannungs-Index deutschlandweit kontinuierlich an, deutlich überdurchschnittlich dabei in großen Metropolen und in international anerkannten Universitätsstädten.“ Detailliert untersucht wurden für die Analyse wie in den Jahren zuvor jeweils 23 Faktoren von den WG-Preisen über das Immobilienangebot, die Entwicklung der Studierenden- und Erstsemester-Zahlen, die Altersstruktur der Bewohner bis hin zur Attraktivität von Universität und Stadt für in- beziehungsweise ausländische Studierende. In Auftrag gegeben wurde die Analyse vom Immobilienentwickler GBI AG.

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