NSU und Peggy: Behörden untersuchen Verbindung zur mysteriösen Waldhütte

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Die Fälle NSU und Peggy und ihre Verbindungen zueinander werfen nach dem Fund von Uwe Böhnhardts DNA am Fundort von Peggys Leiche viele Fragen auf. In Jena arbeitet seit Wochenbeginn eine neue Sonderkommission, die alte Vermisstenfälle von Kindern im Zusammenhang mit dem NSU untersucht. Immerhin gab es schon früher den Verdacht, dass NSU-Mitlgieder beziehungsweise ihre Unterstützer Kinder missbraucht oder getötet haben sollen.

In Bayreuth führt derweil die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zur Verbindung von NSU und Peggy. Antworten gibt sie zu den derzeit am meisten diskutierten Kriminalfällen in Deutschland allerdings so gut wie keine.

Ermittlungen zur mysteriösen Waldhütte in Südthüringen

„Wir ermitteln derzeit und prüfen alle Verbindungen“, lautet die Standardantwort der Pressestelle. Details zu den Ermittlungen nennt sie nicht. Ob die Waldhütte, die der NSU-Opferanwalt Yavuz Narin in den ARD-Tagesthemen erwähnte, einem Mann aus dem NSU-Umfeld gehört, wollte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bayreuth weder bestätigen noch verneinen. Die Spur werde aber geprüft. Die Hütte soll sich ganz in der Nähe des Fundorts von Peggys Leiche in Südthüringen bei Rodacherbrunn befinden.

Keine Angaben wollte der Sprecher zu dem angeblichen Brief machen, den die Mutter von Peggy erhalten haben soll. Die „Bild“-Zeitung berichtete, dass darin beleidigende Worte enthalten seien, die von einer Person aus dem extremen rechten Lager stammen müssten. Der Inhalt des Briefes soll auf einen Übertritt der Mutter zum Islam anspielen und darauf, dass sie mit einem Türken zusammenlebte und manchmal ein Kopftuch trug. Nach Angaben der Zeitung heißt es darin, die Mutter habe ein so „arisches Kind wie Peggy“ nicht verdient.

Die Ermittler in Bayern hätten das Schriftstück abgefangen und elf Tage nach Peggys Verschwinden an die Mutter des Mädchens übergeben, schreibt die „Bild“ weiter. Er sei maschinengeschrieben und bestehe aus pergamentartigem Papier. Peggy war am 18. Mai 2001 im nordbayerischen Lichtenberg auf dem Heimweg von der Schule verschwunden.