Großes Pech für Thüringer Neonazistin: Awo feuert sie nach Hinweis

Angela S. (Bildmitte und gepixelt) nimmt am Thügida-Aufmarsch in Jena teil.
Angela S. (Bildmitte und gepixelt) nimmt am Thügida-Aufmarsch in Jena teil.
Foto: Jan-Henrik Wiebe

Damit hat Angela S. sicherlich nicht gerechnet. Nach acht Wochen ist die Neonazistin aus Thüringen bereits wieder arbeitslos. Für diese kurze Zeit arbeitete die Thügida-Anhängerin und bekennende Nationalsozialistin bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in einem Seniorenzentrum in Rödental in Bayern. Zuvor hatte der Blog Thüringenrechtsaussen auf die politische extreme Gesinnung von Angela S. aufmerksam gemacht.

Awo-Seniorenzentrum Rödental beruft sich auf freiheitlich-demokratische Werte

Die Awo reagierte schnell und entließ die Mitarbeiterin umgehend. "Diese Aktivitäten sind mit den Awo-Werten und Awo-Grundsätzen nicht vereinbar. Das Arbeitsverhältnis wurde arbeitgeberseitig beendet", teilte das Awo-Seniorenzentrum Rödental am Dienstag auf Facebook mit. Das Seniorenzentrum beruft sich damit auf die Werte des freiheitlichen-demokratischen Sozialismus der Awo: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Diese sind in den Verbandsstatuten festgehalten.

Gemeint sind die Aktivitäten von S. in der Thüringer Neonaziszene. Zuletzt lief sie bei Thügida in Jena am 9. November mit. Am Tag der Reichsprogromnacht zogen die Neonazis durch das Jenaer Damenviertel mit Fackeln und Sarg, auf dem auf der einen Seite "Demokratie" und auf der anderen Seite "Antifa" stand. Auch S. trug eine der Fackeln.

Im Internet posiert die Frau mit Hakenkreuzflagge im Hintergrund und auf der Kirmes zeigt sie den Hitlergruß. Ein Video davon postete sie auf ihrer Facebookseite.

Anmerkung: Im Artikel stand zuerst, dass Angela S. lediglich 14 Tage bei der Awo in Rödertal angestellt war. Tatsächlich waren es aber acht Wochen.