So sollen Elektroautos in Thüringen beliebter werden

Umweltministerin Anja Siegesmund nimmt vor dem Umweltministerium in Erfurt eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge in Betrieb.
Umweltministerin Anja Siegesmund nimmt vor dem Umweltministerium in Erfurt eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge in Betrieb.
Foto: Arifoto Ug/dpa
  • Mehr Elektroautos und Ladestationen für Elektromobilität in Thüringen als Ziel
  • Ausbau der Ladeinfrastruktur vorantreiben
  • Bisher kein Netz an Ladestationen

In Thüringen soll bis zum Jahr 2020 ein flächendeckendes Netz von Ladesäulen für Elektroautos entstehen. Bis dahin sollen 370 Ladestationen im gesamten Land neu aufgebaut werden, wie Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) am Freitag in Erfurt sagte. Davon sollen demnach 70 als Schnellladestationen vor allem an Bundes- und Landesstraßen aufgestellt werden, um damit Elektroautos innerhalb von 10 bis 20 Minuten laden zu können.

Ausbau der Elektromobilität

Indem Thüringen nun das Lade-Netz für Elektroautos ausbaue, beende das Land die Diskussion um Henne oder Ei, erklärte Siegesmund. Es sei nicht länger hinzunehmen, dass der Ausbau der Elektromobilität in Deutschland von der Frage behindert werde, ob man zuerst mehr Elektroautos oder zuerst mehr Ladestationen für diese brauche.

Umweltfreundliche Antriebstechnologien

Mobilität sei ein Grundbedürfnis der Menschen, bei sich ihnen nichts verbieten oder anerziehen lasse. Stattdessen müsse man den Menschen Angebote machen, auf umweltfreundliche Antriebstechnologien umzusteigen, sagte Siegesmund. Nach ihren Angaben sollen etwa sechs Millionen Euro Fördergeld in den Bau der 370 Ladesäulen fließen.

Kein wirkliches Netz von Ladesäulen

Gegenwärtig kann man nach einer Studie der Bauhaus-Universität Weimar in Thüringen kaum von einem wirklichen Netz von Ladesäulen für Elektroautos sprechen. Insgesamt gibt es im Land demnach lediglich 40 solche Stationen, die einen bestimmten EU-Standard erfüllen und gleichzeitig rund um die Uhr zugänglich sind.

Nur wenige E-Autos

Allerdings gibt es bislang auch nur wenige E-Autos oder mit Strom zu betankende Hybridfahrzeuge in Thüringen. Nach Angaben des Umweltministeriums fahren derzeit etwa 3000 derartige Autos auf den Straßen des Freistaats. Ziel sei es, ihre Zahl bis 2020 auf etwa 8000 zu erhöhen, sagte Siegesmund.