Schon wieder! Toter in Gefängnis Suhl-Goldlauter

Blick auf die Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter. Erneut ist hier ein Insasse gestorben. (Archivfoto)
Blick auf die Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter. Erneut ist hier ein Insasse gestorben. (Archivfoto)
Foto: Michael Reichel, dpa
  • Untersuchungshäftling in Suhl-Goldlauter tot
  • Schon dritter Suizid-Fall 2017 in Thüringen

Ein 51-jähriger Untersuchungshäftling ist tot in der Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter gefunden worden. Das teilte das Justizministerium in Erfurt am Montag mit. Es habe sich mutmaßlich um Suizid gehandelt. Der Mann saß den Angaben zufolge seit November wegen des Verdachtes auf Sexualdelikte in Untersuchungshaft. Er sei einzeln untergebracht und nicht auffällig gewesen, hieß es. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zu den genauen Umständen des Todes.

Dritter Suizid-Fall in Thüringer Gefängnissen

Es ist laut Ministerium in diesem Jahr in Thüringen schon der dritte Suizid-Fall hinter Gittern. Erst vor gut einer Woche starb ein 34-Jähriger in Suhl, auch er war wegen Sexualdelikten in Haft. Einen weiteren Toten gab es in der Justizvollzugsanstalt Tonna. Das ist jetzt schon mehr als im gesamten Jahr 2016. Damals gab es einen Häftlings-Suizid. Wie sich die Gefangenen trotz Aufsicht das Leben haben nehmen können, ist bislang unklar.

Hilfe in scheinbar ausweglosen Situationen

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn du selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidest oder jemanden kennst, der daran leidet, kannst du dir bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichst du telefonisch unter (0800) 111 01 11 und (0800) 111 02 22 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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Bei ihrer bisher spektakulärsten Propagandaaktion besetzten die „Identitären“ am 27. August 2016 aus Protest gegen die Einwanderungspolitik der Regierung das Brandenburger Tor.
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Foto: dpa Picture-Alliance / Paul Zinken / picture alliance / dpa
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