Antifa, DGB und Rechte: Gera steht ein heißer 1. Mai bevor

Bei der Maikundgebung des DGB 2016 in Zwickau störten Rechte den Auftritt von Bundesjustizminister Heiko Maas. DIe Rednerbühne musste von der Polizei geschützt werden.
Bei der Maikundgebung des DGB 2016 in Zwickau störten Rechte den Auftritt von Bundesjustizminister Heiko Maas. DIe Rednerbühne musste von der Polizei geschützt werden.
Foto: Hendrik Schmidt / dpa
  • 1. Mai in Gera: Zentrale DGB-Kundgebung und Dritter-Weg-Demo
  • Gewerkschafter sorgen sich um Sicherheit
  • Maikundgebungen wiederholt Ziel für Angriffe von Rechtsextremen

Thüringer Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften haben die Bürger aufgerufen, am 1. Mai in Gera Gesicht gegen eine Kundgebung von Rechten sowie für Demokratie und Zivilcourage zu zeigen. Solch ein gemeinsamer Aufruf für eine Veranstaltung zum 1. Mai sei ein Novum, sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gera, Matthias Beer. Zugleich nannte er es am Dienstag „einen Skandal“, dass Stadtverwaltung und Sicherheitskräfte den Aufmarsch des „Dritten Weges“ unterschätzten und die Kundgebung in Hörweite der zentralen DGB-Maikundgebung für Thüringen überhaupt zulassen.

Forderung nach Demo-Verbot für Dritten Weg

Bei der Maikundgebung vor dem Kultur- und Kongresszentrum erwarte er über den Tag verteilt 1000 bis 1500 Teilnehmer, sagte DGB-Kreischef Thomas Elstner. Sie steht unter dem Motto „Wir sind viele. Wir sind eins.“ Als Redner werden IG Metall-Bundesvorstand Wolfgang Lemb, der Vize des DGB Hessen-Thüringen, Sandro Witt, sowie Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erwartet. Im Kulturprogramm hat sich für den Nachmittag der Liedermacher Konstantin Wecker angekündigt.

Der Dritte Weg sei eine „militante, gewaltbereite Nazigruppe“, die sich als Partei tarne, betonte Witt. Er forderte die Stadt auf, deren Demonstration aus Sicherheitsgründen zu verbieten.

Trifft die Antifa in Gera auf Neonazis?

Zu der Kundgebung der Rechten samt Demonstrationszug durch die Stadt werden ebenfalls mehrere Hundert Teilnehmer erwartet. Dagegen gibt es neben der Maikundgebung des DGB eine Reihe weiterer Aktionen. So hat nach Angaben der Stadtverwaltung die evangelische Kirche eine Mahnwache angekündigt und will eine Antifa-Gruppe durch die Stadt ziehen. Blockadeversuche seien daher nicht auszuschließen, hieß es.

Rechtsextreme stören Maikundgebungen

In der Vergangenheit war es bei Maikundgebungen immer wieder zu Zwischenfällen mit Rechtsextremen gekommen. In Zwickau störten Rechte im vergangenen Jahr den Auftritt von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), sodass die Rednerbühne von der Polizei geschützt werden musste. In Plauen kam es am selben Tag zu gewaltsamen Auseinandersetzungen von Rechten und Linken. Im Jahr zuvor hatten Neonazis eine DGB-Kundgebung in Weimar gestürmt. Dabei waren drei Menschen verletzt worden.

Busstreit in Gotha: Insolvenzverfahren hat begonnen

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