Nazi-Symbole auf Eichsfeldtag - Polizei-Einsatz bei Rechtsextremen-Festival

Der Eichsfeldtag wurde von der Polizei abgesichert. (Archivfoto)
Der Eichsfeldtag wurde von der Polizei abgesichert. (Archivfoto)
Foto: Stefan Rampfel / dpa
  • Eichsfeldtag der NPD holt Neonazi-Bands auf die Bühne
  • Bündnis organisiert Protest in Leinefelde
  • Rangelei bei Platzbesetzung?

Der sogenannte Eichsfeldtag der rechtsextremen NPD hat für Proteste und einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Laut einer ersten Bilanz der Beamten am Samstagabend kam es allerdings nicht zu größeren Zwischenfällen, die gegnerischen Lager blieben getrennt. Bei einigen Rechten wurden Nazi-Symbole gefunden.

Platzbesetzung verzögert Eichsfeldtag

In der Nacht zum Samstag hatten Gegner den Veranstaltungsplatz besetzt. Diese Aktion war nach Angaben der Polizei angemeldet und bis 8 Uhr am Morgen genehmigt. Die Teilnehmer verließen das Gelände aber nicht rechtzeitig, woraufhin es zu einer kleinen Rangelei zwischen Polizisten und Demonstrierenden gekommen sein soll. Genauere Angaben zu dem Zwischenfall lagen zunächst nicht vor. Von den Sicherheitskräften hieß es, dass die NPD-Gegner schließlich freiwillig abgezogen seien und es auch „keinen körperlichen Zwang“ gegeben habe.

Neonazi-Bands und NPD-Redner in Leinefelde

Wegen der Proteste am Morgen verzögerte sich der Aufbau für den Eichsfeldtag, zu dem unter anderem rechtsextreme Bands und NPD-Redner auftraten. Letztlich begann das Festival im Thüringer Nordwesten jedoch ohne größere Probleme und verlief – so der Stand am frühen Samstagabend – weitgehend ruhig. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Polizei etwa 480 Teilnehmer. Es sei jedoch ein „ständiges Kommen und Gehen“, sagte eine Sprecherin während des Einsatzes. Genaue Angaben seien deshalb schwierig.

Warnungen vor Neonazi-Angriffen?

Am Nachmittag führte eine Gegendemo vom Bahnhof zur Südstadt, hier sollen sich circa 130 Menschen beteiligt haben. Das Bündnis „Eichsfeld gegen Rechts“ hatte zu den Protesten aufgerufen. Auf Facebook berichtete die Initiative von Warnungen vor Neonazi-Übergriffen und schrieb: „Wir nehmen derlei Warnung ernst und wissen, dass Demonstrationen ein gewisses Risiko mit sich bringen. Allerdings wird seit sieben Jahren ein Gegenprotest organisiert, bei dem es zu keinen Übergriffen auf unsere Demonstration kam.“

Nazi-Symbole auf T-Shirts und Haut

Bis zum frühen Abend waren keine größeren Zwischenfälle bekannt. Es habe „versammlungstypische Straftaten“ gegeben, berichtete die Polizeisprecherin, beispielsweise wurden unerlaubte Gegenstände mitgebracht. Worum es sich dabei genau handelte, war vorerst unklar. Bei Teilnehmern des Eichsfeldtages wurden außerdem Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gefunden – als T-Shirt-Aufdruck und auch als Tattoo. Eine Bilanz zu dem Einsatz will die Polizei am späten Samstagabend oder am Sonntag veröffentlichen. Die Zahl der Beamten vor Ort soll im „unteren dreistelligen Bereich“ gelegen haben.

Linke kritisiert Freiheiten für Eichsfeldtag

Schon vor dem Wochenende hatte die Thüringer Linksfraktion Kritik an dem Rechtsrock-Festival in Leinefelde geübt. Es sei unverständlich, warum für den Eichsfeldtag keine stärkeren Beschränkungen gelten, sagte die Abgeordnete Katharina König-Preuss mit Blick auf die Auftritte neonazistischer Bands. „In Thüringen ist es seit Jahren unproblematisch möglich“, lautet der Vorwurf weiter, „Rechtsrock-Events durchzuführen, zu Hass und Gewalt aufzurufen und somit mindestens temporäre Angst-Zonen für andere Menschen zu errichten.“ Die Folge seien „Warnhinweise in mehreren Sprachen für nichtrechte Menschen“, am Wochenende die Stadt und ihre Umgebung zu meiden. Die Gesellschaft müsse darauf mit einer klaren Haltung reagieren und rassistischen Ressentiments eine Abfuhr erteilen, so König-Preuss.