So entwickeln sich die Mietpreise in Thüringen

300 Branchenvertreter treffen sich derzeit in Suhl zu den Tagen der Thüringer Wohnungswirtschaft. Neben der Mietentwicklung sind auch Leerstand und Investitionen ein Thema.
300 Branchenvertreter treffen sich derzeit in Suhl zu den Tagen der Thüringer Wohnungswirtschaft. Neben der Mietentwicklung sind auch Leerstand und Investitionen ein Thema.
Foto: Martin Schutt/dpa
  • Tagen der Thüringer Wohnungswirtschaft
  • 300 Branchenvertreter treffen sich derzeit in Suhl
  • Mietentwicklung, Leerstand und Investitionen sind Thema
  • Moderate Mietsteigerungen in kommunalen Wohnungen Thüringens

Trotz Mietsteigerungen lässt es sich in kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungen in Thüringen nach Verbands-Einschätzung weiter vergleichsweise günstig leben. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag Ende 2016 bei 4,85 Euro je Quadratmeter - 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte der Verband der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vtw) am Mittwoch mit. Bei Neuvermietungen mussten demnach Quadratmeterpreise von durchschnittlich zwischen 5 und 6 Euro gezahlt werden, hieß es zum Auftakt der Tage der Thüringer Wohnungswirtschaft in Suhl mit rund 300 Teilnehmern.

Hier sind Wohnungen besonders begehrt

In Städten wie Erfurt und Jena, wo Wohnungen besonders begehrt sind, schlägt sich laut vtw die steigende Nachfrage bei Neuvermietungen nieder. Hier lägen die Mieten um bis zu 2 Euro über dem Thüringer Durchschnitt. Im Schnitt müssen Mieter in Thüringen demnach ein knappes Viertel (24 Prozent) ihres Haushaltseinkommens für die Wohnungsmiete überweisen. Das sei der zweitniedrigste Wert bundesweit, sagte vtw-Prüfungsdirektor Jürgen Elfrich. Der Verband vertritt 174 kommunale Wohnungsunternehmen und Genossenschaften, die zusammen 270.000 Wohnungen bewirtschaften.

Wohnungsbau in Thüringen boomt

In Thüringen hat der Wohnungsbau im vergangenen Jahr einen Boom erlebt. Errichtet wurden 5484 Wohnungen - so viel wie seit 14 Jahren nicht mehr, wie das Landesamt für Statistik mitteilte. Bei jeder zehnten neu- oder umgebauten Wohnung waren Kommunen, kommunale Wohnungsunternehmen, Bund und Land die Auftraggeber. Noch 2015 hatte der Anteil der öffentlichen Bauherren bei nur zwei Prozent gelegen. Den höchsten Zuwachs verzeichnete die kreisfreie Stadt Jena mit 742 Neubauwohnungen. Der vtw bezifferte die Zahl der von seinen Unternehmen landesweit errichteten Wohnungen mit 614.

2016: 12,5 Millionen Euro für sozialen Wohnungsbau

Nach Angaben des Thüringer Bauministeriums wurden im vergangenen Jahr rund 12,5 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau bewilligt. Von dem Geld seien 1393 Wohnungen neugebaut, modernisiert, instandgesetzt oder barrierefrei ausgebaut worden, sagte Ministerin Birgit Keller (Linke). Sie kündigte in Suhl an, ein Förderprogramm des Landes zum barrierefreien Umbau von Wohnungen auch in den kommenden Jahren fortführen zu wollen.

5 bis 7,5 Millionen Euro für Sanierungen

Bei den Verhandlungen für den Doppelhaushalt 2018/2019 werde sie darauf dringen, insgesamt etwa 5 bis 7,5 Millionen Euro jährlich für solche Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. „Und das werde ich auch durchsetzen“, sagte Keller am Rande der Veranstaltung. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Programm hätten gezeigt, dass es eine große Nachfrage nach den Zuschüssen dieses Programms gebe, weil Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen wollten.

Förderprogramm eine Erfolgsgeschichte

Der vtw hatte das Förderprogramm zuvor als Erfolgsgeschichte bezeichnet. Er hoffe deshalb, dass es nicht nur in den Jahren 2018 und 2019, sondern auch in den Folgejahren fortgesetzt werden könne, sagte Elfrich. Grundsätzlich hätten die Wohnungsunternehmen im Land allerdings derzeit mit einer zweiten Leerstandswelle zu kämpfen. Aktuell ließen sich für 13 400 Wohnungen keine Mieter finden. Gleichzeitig zeichne sich eine zweite Sanierungswelle nach den Modernisierungen der 1990er Jahre ab.

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