Streit um Stromtrasse: Wirtschaftsministerin Zypries kritisiert Ramelow

Monteure arbeiten bei Föritz nahe Sonneberg an einem neuen Mast für eine zukünftige Bahnstromtrasse.
Monteure arbeiten bei Föritz nahe Sonneberg an einem neuen Mast für eine zukünftige Bahnstromtrasse.
Foto: dpa
  • Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow lädt Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) ein
  • Zypries kritisiert rot-rot-grüne Landesregierung wegen Streit um Stromtrassenbau

Im Streit um die geplante Suedlink-Stromtrasse setzt Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auf ein Gespräch mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) in Thüringen. Er habe Zypries eingeladen, damit sie sich über alle damit zusammenhängenden Fragen informieren könne, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur. Er reagierte damit auf Kritik aus dem Bundesministerium am Plan der Landesregierung. Thüringen will den 763 Kilometer langen Teil des sogenannten Grünen Bandes auf dem früheren deutsch-deutschen Grenzstreifen zum "Nationalen Naturmonument" erklären. Dies würde den Trassenbau durch den Freistaat erschweren.

Thüringen will, dass Stromtrasse Suedlink in Hessen verläuft

Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstag) zeigte sich Zypries ungehalten über die Absicht. Es entstehe der Eindruck, "dass Naturschutzgründe vorgeschoben werden", zitierte das Blatt aus einem Brief der Ministerin an Ramelow. Der Linken-Politiker wies das zurück. Die Pläne seien nicht neu, sondern im Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Regierung vereinbart. "Das war Ende 2014, da war von Suedlink überhaupt noch keine Rede", sagte er. "Eine seit fast zweieinhalb Jahren angekündigte Maßnahme jetzt als spontane Abwehrmaßnahme zu bezeichnen, ist an Absurdität nicht zu überbieten."

Die Stromautobahn Suedlink soll im Zuge der Energiewende Windstrom von Nord- nach Süddeutschland transportieren. Netzbetreiber Tennet favorisiert eine Route durch Thüringen, was der Freistaat ablehnt. Die Landesregierung hat einen Alternativkorridor durch Nord- und Osthessen vorgeschlagen, den wiederum Hessen ablehnt.