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Beziehungsdrama in Unterwellenborn – 36-Jähriger des Mordes angeklagt

Messerdrama in Unterwellenborn
Polizeibeamte stehen am 20.12.2016 in einem Wohngebiet in Unterwellenborn (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt). Dort soll ein 35 Jahre alter Mann eine Frau getötet sowie eine zweite Frau und ein Kind schwer verletzt haben. Nach dem Täter wurde zunächst gefahndet. (Archivfoto) Foto: dpa
  • Täter des Familiendramas von Unterwellenborn soll vor Gericht kommen
  • 36-Jähriger tötete Großmutter und verletzte Frau und Kind lebensbedrohlich
  • Anklage lautet auf Mord und Mordversuch

Seine Flucht endete wenige Tage nach der Bluttat in Unterwellenborn auf einem Rastplatz nahe Duisburg. Voraussichtlich ab Ende August muss sich der 36-Jährige nun wegen Mordes vor Gericht verantworten.

Täter wollte sich vermutlich für Trennung rächen

Nach dem tödlichen Beziehungsdrama im Dezember in Unterwellenborn hat die Staatsanwaltschaft Gera Anklage gegen den 36 Jahre alten Familienvater erhoben. Sie laute auf Mord und Mordversuch sowie fahrlässige Körperverletzung, informierte die Anklagebehörde am Montag auf Anfrage. Der Mann habe damals getrennt von seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Baby gelebt, weil sich die Frau von ihm scheiden lassen wollte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er sich für die Trennung rächen und das Kind in seine Gewalt bringen wollte.

36-Jähriger ersticht zuerst die Großmutter

Der Mann soll zunächst über eine offene Balkontür in die Wohnung seiner Schwiegeroma eingestiegen und die 75-Jährige mit einem Küchenmesser niedergestochen haben. Dann sei er über das Treppenhaus zur Wohnung seiner Frau gelangt und habe sie aufgefordert, ihm mit dem Kind zu folgen. Vor dem Gebäude sei die Situation eskaliert: Er habe auf die Frau eingestochen und dabei auch das Kind erheblich am Bein verletzt. Die beiden wurden bei der Bluttat lebensgefährlich verletzt, die Großmutter der Frau starb noch am Tatort.

Mann flüchtet und wird nahe Duisburg gefasst

Der Mann war daraufhin geflüchtet, so dass bundesweit nach ihm gefahndet wurde. Doch einige Tage später klickten die Handschellen auf einem Autobahnrastplatz nahe Duisburg. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Derzeit werde er auf seine Schuldfähigkeit hin untersucht, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Nach jetzigen Plänen soll der Prozess am 31. August vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Gera beginnen.