Nach Rechtsrock-Festival in Themar: So sieht die Bilanz der Polizei aus

Die Polizei war mit rund 1000 Beamten am Samstag rund um ein Rechtsrock-Festival in Themar im Einsatz.
Die Polizei war mit rund 1000 Beamten am Samstag rund um ein Rechtsrock-Festival in Themar im Einsatz.
Foto: Marcus Heinz
  • Rechtsrock-Festival "Rock gegen Überfremdung" am Samstag in Themar
  • Polizei insgesamt zufrieden mit Verlauf ihres Einsatzes
  • Mehr als 40 Strafanzeigen gegen Konzertbesucher gestellt

Knapp 6000 Anhänger der rechten Szene haben am Samstag das bundesweit wohl größte Neonazi-Konzert des Jahres im südthüringischen Themar besucht. Der Zulauf zu den Gegenprotesten war entgegen der Erwartungen verhalten. Statt der erwarteten 2000 Menschen demonstrierten in der 3000-Einwohner-Stadt mehrere Hundert geschlossen gegen Rechts. Die Polizei meldete am frühen Sonntagmorgen, alle ihrer Maßnahmen hätten sich gegen die Teilnehmer des „Rock gegen Überfremdung“-Konzerts gerichtet, gegen die Gegendemonstranten sei kein Eingreifen erforderlich gewesen.

Bilder aus Themar:

Mehr als 40 Strafanzeigen gestellt

So seien 43 Strafanzeigen unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Bedrohung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz gestellt worden. Auch zu Beleidigungen gegenüber Journalisten sei es laut Mitteilung der Polizei in Themar gekommen. Drei Menschen wurden in Gewahrsam genommen, von 440 weiteren wurde die Identität festgestellt. Die Abreise der Konzertbesucher nach Mitternacht verlief problemlos und teilweise unter Begleitung der Polizei. Rund um Themar gesperrte Straßen konnten am Sonntag in den frühen Morgenstunden wieder freigegeben werden.

Rund 1000 Polizisten in Themar

Rund 1000 Polizisten aus Thüringen und mehreren Bundesländern waren im Einsatz - auch um ein Aufeinandertreffen der Teilnehmer des Rockkonzerts mit den Gegendemonstranten zu verhindern. Die Rock-Konzert-Besucher, teils mit T-Shirt-Aufschriften wie „Sturm auf Themar“ oder „Frei wie ein Vogel“, wurden vor Eintritt in das mit hohen Gittern eingezäunte Festivalgelände von der Polizei durchsucht. Auf der Wiese war ein riesiges Zelt aufgebaut.

Konzept der Polizei ging auf

„Das Sicherheitskonzept gegen das Konzert „Rock gegen Überfremdung“ ist bislang voll aufgegangen“, hatte der Sprecher der Landespolizeidirektion, Patrick Martin, der Deutschen Presse-Agentur während des Einsatzes gesagt. Er sprach von einem schwierigen Einsatz für die Beamten. Aufgrund der großen Menschenmengen hatten die Veranstalter das Festivalgelände zwischenzeitlich vergrößert.

Insgesamt blickt die Thüringer Polizei nach eigenen Angaben auf einen "friedlichen und weitgehend störungsfreien Verlauf" des Samstags in Themar zurück, das Hauptziel ihres Einsatzes sei somit erreicht worden.