50 gerissene Schafe: Was ist dran an den Gerüchten um ein Wolfsrudel?

Das Bild zeigt laut NABU mutmaßlich die Wölfin bei Ohrdruf. Sie soll in letzter Zeit immer wieder Schafe gerissen haben.
Das Bild zeigt laut NABU mutmaßlich die Wölfin bei Ohrdruf. Sie soll in letzter Zeit immer wieder Schafe gerissen haben.
Foto: NABU Thüringen
  • Umweltministerium: Kein Wolfsrudel bei Ohrdruf unterwegs
  • Schafzüchter kritisieren lückenhaftes Monitoring in Thüringen

Trotz der sich häufenden Zahl gerissener Schafe im Wolfsgebiet am Bundeswehr-Übungsplatz Ohrdruf (Kreis Gotha) geht das Umweltministerium weiterhin von lediglich einer dort lebenden Wölfin aus. "Wissenschaftlich gesichert ist, dass es nur eine Wölfin gibt", sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag in Erfurt. Hinweise auf ein Rudel habe man derzeit nicht. Seit Juli wurden in dem Gebiet rund 50 Tiere totgebissen oder mussten wegen schwerer Bissverletzungen notgeschlachtet werden. In vier Fällen wurde ein Wolf als Verursacher durch Genproben bestätigt.

Schafzüchter-Verband: Monitoring ist lückenhaft

In der betroffenen Region halten sich hartnäckig Gerüchte über ein Wolfsrudel oder ein Rudel aus sogenannten Hybriden, die halb Wolf, halb Hund sind. Dies sei alles sehr spekulativ, so das Ministerium. In der Vergangenheit habe es in der Region auch schon Risse durch freilebende Hunde gegeben. Der Landesschafzuchtverband kritisiert Lücken bei der Wolfsbeobachtung.

"Das Monitoring ist lückenhaft", sagte Geschäftsstellenleiter Christoph-Johannes Ingelmann. Es gebe zu wenig Beobachtungsstellen und Fotofallen, die Aufschluss geben könnten. Schafzuchtverband und Ministerium wollen in einem Gespräch im Laufe des Donnerstags Hilfen für betroffene Schaf- und Ziegenhalter ausloten. Dem Verband geht es vor allem um eine vollständige finanzielle Entschädigung.

Unbekannter Wolf bei Ohrdruf unterwegs?

Laut der Naturschutzorganisation NABU könnte eventuell noch ein bislang unbekannter Wolf den Weg nach Thüringen in das Gebiet um und auf den Standorttruppenübungsplatz "Gotha-Ohrdruf“ gefunden haben. Ein ganzes Wolfsrudel gibt es aber auch laut den Naturschützern nicht.

Mit einer Fotofalle konnten die Umweltschützer erst kürzlich die Wölfin in der Nacht fotografieren.

Wolfsexperte schlägt Sender zur Ortung von Wölfen vor

"In Anbetracht dieser sehr differenzierten Situation ist es nunmehr dringend geboten die Überwachung der Wolfssituation auf dem Standortübungsplatz und seinem Randbereich durch den Einsatz von Kamerafallen und insbesondere durch das Suchen von Losungen und genetischen Spuren zu verstärken“, empfiehlt Wolfsexperte Silvester Tamás vom NABU. Der Umweltschützer schlägt außerdem vor, dass die Wölfe mit Sendern versehen werden, damit nachvollziehbar ist, wo sich die Tiere aufhalten und ob sie an Rissvorfällen beteiligt sind.

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