Illegale Paketboten für Hermes - Netzwerk fliegt bei Razzia in Thüringen auf

Bei einer Razzia in Gierstädt (Kreis Gotha) wurden 35 illegal eingereiste Menschen festgenommen, die für einen Subunternehmer von Hermes Pakete ausfahren sollten.
Bei einer Razzia in Gierstädt (Kreis Gotha) wurden 35 illegal eingereiste Menschen festgenommen, die für einen Subunternehmer von Hermes Pakete ausfahren sollten.
Foto: Marcus Scheidel
  • Ausländer aus Osteuropa illegal in Thüringen - Arbeit für Subunternehmer von Hermes
  • Razzia der Polizei in Gierstädt (Kreis Gotha)
  • 160 Beamten an Durchsuchung beteiligt - 35 Festnahmen

Bei einer Razzia im Kreis Gotha hat die Polizei ein Netzwerk illegal eingewanderter Paketboten auffliegen lassen. Rund 160 Beamte der Bundespolizei hatten seit Dienstagmorgen in Gierstädt (Kreis Gotha) einen Wohnkomplex durchsucht. Dabei fassten sie 35 Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten.

Razzia bei Hermes-Zustellern - Fotos vom Einsatz der Polizei:

Paketboten für Hermes

Sie sollen aus Moldawien, der Ukraine und Weißrussland stammen. Nach bisherigen Erkenntnissen waren sie mit gefälschten rumänischen Ausweisen eingereist. In Deutschland angekommen, sollten sie als Paketkuriere für einen Subunternehmer des Logistikdienstleisters Hermes arbeiten, wie die Polizei auf Thüringen24-Anfrage mitteilte. Welche Orte sie anfuhren, ist derzeit noch nicht klar.

35 Festnahmen in Gierstädt

Die 35 Beschuldigten wurden vorläufig festgenommen. Sie müssen sich jetzt wegen unerlaubter Einreise und Aufenthalts sowie zum Teil auch wegen Urkundenfälschung verantworten. Polizei, Staatsanwaltschaft Erfurt und Ausländerbehörde Gotha prüfen jetzt, ob sie abgeschoben werden. Die Arbeitgeber müssen sich außerdem auf Ermittlungen „wegen unerlaubter Beschäftigung von Ausländern ohne Aufenthaltstitel“ einstellen.

Beweismittel bei Razzia sichergestellt

Zu den Hintermännern ist noch wenig bekannt. Die beschlagnahmten Beweismittel sollen dabei helfen, sie ausfindig zu machen.

Fahnder aus Halle ermitteln in mehreren Bundesländern

Die Ermittlungen gehen auf die Bundespolizei in Halle zurück, die das Netzwerk in mehreren Bundesländern verfolgte. So rückte auch ein Wohnheimkomplex mit etwa 60 Zimmern in Gierstädt ins Visier der Fahnder. Auch in Mitteldeutschland floriere die illegale Beschäftigung, berichtete der zuständige Polizeiführer Markus Pfau. Er verwies darauf, dass den Sozialkassen und den gesetzestreuen Unternehmen dadurch hoher Schaden entstehe.

Logistikunternehmen Hermes

Das Logistikunternehmen Hermes hat nach eigenen Angaben weltweit etwa 12.000 Beschäftigte und stellt jedes Jahr rund 500 Millionen Sendungen in Europa zu. Es gehört zu den größten Paketzustellern Europas.