Umweltministerium denkt bei Ohrdrufer Wölfin über Abschuss nach

Eine Jägerin sieht durch das Zielfernrohr ihres Jagdgewehrs. (Symbolfoto)
Eine Jägerin sieht durch das Zielfernrohr ihres Jagdgewehrs. (Symbolfoto)
Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Umweltministerin Siegesmund hat offenbar ihre Meinung geändert
  • Jetzt wird offiziell über den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin nachgedacht
  • Immer wieder fielen Tiere der Angreiferin zum Opfer

Das Thüringer Umweltministerium zieht erstmals den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin in Betracht. Umwelt-Staatssekretär Olaf Möller sagte MDR Thüringen, dass auch die neuen Schutzzäune im Kreis Gotha offensichtlich nicht ausreichen. Sollte die Wölfin diese noch mehrmals überwinden, will Möller sie zum Abschuss freigeben lassen. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) hatte noch vor vier Wochen Forderungen nach einer Jagd auf Wölfe als Aufruf zur Straftat bewertet. Wölfe seien gesetzlich geschützt, sagte sie im Landtag.

Wölfin soll 1,20 Meter hohen Zaun übersprungen haben

Grund für den Kurswechsel sind laut MDR neue Wolfsrisse in den vergangenen Tagen. Dabei war es dem Bericht zufolge der Wölfin gelungen, einen auf 1,20 Meter aufgerüsteten Zaun zu überspringen und zwei Schafe sowie eine Ziege zu reißen. Das war demnach der vorerst letzte Angriff einer ganzen Serie, bei der die Schäfer auf dem Bundeswehr-Übungsplatz Ohrdruf seit Juli mehr als 60 Tiere verloren haben.

CDU hatte im Vorfeld bereits Abschuss zur Diskussion gestellt

Die Thüringer CDU-Landtagsfraktion hatte bereits erklärt, dass sie für den Abschuss von Wölfen in bestimmten Fällen ist. Sie hatte im August von der Landesregierung eine Wolfsverordnung gefordert, die auch eine sogenannte Schutzjagd vorsehe.